01 DEZ 2025

Neues Werk für die Städtische Galerie „Fähre“:
Stelen von Waltraud Späth im Lichthof

Bad Saulgau – Mit über 1.650 Besuchen ist die zehnwöchige Herbst-Ausstellung „Remembering Nature. Kunst aus den Werken, Dingen und Tönen der Natur“ in der Städtischen Galerie „Fähre“ in Bad Saulgau zu Ende gegangen. Dank einer Förderung mit LEADER-Mitteln der Europäischen Union und Mitteln des Landes Baden-Württemberg, die der Kunstverein Bad Saulgau e.V. für die Kunstvermittlung in der „Fähre“ unter dem Titel „Listen to your eyes – Öffnung und neue Horizonte für die „Fähre“ in Bad Saulgau“ bewilligt bekommen hat, konnten knapp 400 Kinder und Jugendliche aus Schulen und Kindergärten in Bad Saulgau kostenlose Führungen und Workshops in der Ausstellung erleben. Ein Ankauf einer zweiteiligen Stele von der in der Ausstellung vertretenen Bildhauerin Waltraud Späth aus Friedrichshafen krönt das positive Ausstellungsergebnis und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kunstverein und der Galerie „Fähre“.

Waltraud Späth war in „Remembering Nature“ mit ihrem bislang größten Konvolut an Arbeiten in einer Gruppen- und Themenausstellung vertreten. Rund zwanzig Arbeiten aus Holz, Stahl, Beton und Epoxidharz waren in drei Räumen der „Fähre“ im Alten Kloster inszeniert. Das nun angekaufte Werk trägt keinen Titel und spricht doch Bände. Waltraud Späth, 1960 in Oberammergau geboren und seit ihrer Kindheit in Friedrichshafen lebend und arbeitend, schuf die zweiteilige Skulptur „o.T.“ aus Holz und Stahl 2024. Sie besteht aus zwei hohen Stelen, die sowohl abstrakt als auch als Paar interpretiert werden können. Auffallend sind die emotionale Verbindung, die Zuneigung und die Kommunikation der Figuren in der formal minimalistisch gehaltenen Arbeit. Grundlegende, spannungsvolle Gegensätze von Form und Material, Gemeinsamkeit und Eigenständigkeit, Unterschiedlichkeit und Verbundenheit kommen in dem Werk zum Ausdruck. 

Verbindung zwischen Bad Saulgau und Friedrichshafen

Kulturamts- und Galerieleiterin Alexandra Karabelas ist glücklich über den Zuwachs in der Sammlung, die vorwiegend aus Werken der klassischen Moderne aus Oberschwaben und Gegenwartskunst besteht: „Ich bin sehr dankbar, den Kunstverein Bad Saulgau, der in hohem Maße unsere Kunstvermittlung unterstützt, dafür zudem gewonnen zu haben, erstmals ein großes bildhauerisches Werk einer Künstlerin aus dem Kreis Bodensee-Oberschwaben für Bad Saulgau zu erwerben. Waltraud Späth verbindet künstlerisches mit menschlichem und politischem Denken und spiegelt dies in herausragender Weise im Umgang mit Form, Material und Komposition. Das Werk steht ab jetzt dauerhaft im Lichthof und ist für alle beim Betreten der „Fähre“ sichtbar.“ Dr. Anca Jung, erster Vorstand des Kunstvereins Bad Saulgau, erläutert: „Der Kunstverein Bad Saulgau e.V. ist stolz, in diesem bedeutenden Jahr einen besonderen und wichtigen Ankauf für die „Fähre“ zu ermöglichen, und es ist nicht zufällig ein zweiteiliges Kunstwerk von Waltraud Späth. Denn Späths Arbeit ist vielseitig interpretierbar und birgt zugleich eine große humanistische und freiheitliche Bedeutung. Es unterstreicht achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Friedensgedanken, der der städtischen Galerie „Fähre“ in Bad Saulgau anlässlich ihrer Gründung 1947 ins Gedächtnis eingeschrieben ist.“ Auch würden so die Städte Friedrichshafen und Bad Saulgau miteinander verbunden, so Jung. In beiden Städten war die geheime Produktion von Raketen- und Triebwerkteilen der Vergeltungswaffe V2 angesiedelt gewesen. Späth hatte dazu 2023 in Friedrichshafen das Mahnmal „Gegen das Vergessen“ geschaffen. Die Stadt Bad Saulgau hatte wiederum im April dieses Jahres mit der Wiederaufstellung des Gedenksteins und der Gedenkstelle am Bahnhof und auf dem Friedhof Bad Saulgau das Erinnern an das Außenlager des Konzentrationslagers Dachau in Saulgau wiederaufgenommen. Dort waren Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht, die in der V2-Produktion eingesetzt worden waren. 

Waltraud Späth absolvierte eine Ausbildung an der Holzbildhauerschule Oberammergau und studierte an der Kunstakademie Stuttgart bei Professor Baumann. Seit 1989 ist sie als freischaffende Bildhauerin tätig und hat zahlreiche Werke geschaffen und Preise gewonnen.

Die Fotos zeigen Waltraud Späth, Alexandra Karabelas und Dr. Anca Jung


Foto: Wolfgang Jung
Text: Alexandra Karabelas


 


23 SEPT 2025

Die städtische Galerie Fähre im „neuen Fahrwasser“:
Vortrag über Kunstwelten im Klimawandel
Sonntag, 28.9.2025, 14.30 Uhr

Die Städtische Galerie Fähre startet am kommenden Sonntag, 28.9. um 14.30 Uhr unter dem Titel „Mensch, Natur!“ mit einem Nachmittagsvortrag über Kunstwelten im Klimawandel ihr Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung „remembering nature“. Des Weiteren sind im Oktober und November regelmäßige Sonntagsführungen, eine Familienrallye, Kunstgespräche für Seniorinnen und Senioren und eine neue Känguru-Führung geplant.

Zum Auftakt des Begleitprogramms am kommenden Sonntag, 28.9. ist der Stuttgarter Kunsthistoriker und erfahrene Kunstvermittler Reinhard Strüber zu Gast in Bad Saulgau. Er nimmt die interdisziplinäre Themenausstellung zum Anlass für einen spannenden Streifzug durch die Kunstgeschichte. In seinem kurzweiligen Vortrag stellt er Bildwelten aus früheren Epochen vor, die den aktuellen Diskurs über den Klimawandel anregen. Das gemeinsame Gespräch kommt beim anschließenden, aufregenden Gang durch die Ausstellung in Fahrt, in dem das neu gehörte Wissen neue Sichtweisen auf die ausgestellten Werke zulässt. Der Vortrag beginnt in der Ausstellung um 14.30 Uhr. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme kostet 7 € pro Person zuzüglich Eintritt. 

Weitere Highlights im Begleitprogramm
Weitere Highlights im Begleitprogramm sind neben wöchentlichen Sonntagsführungen ab 5. Oktober 2025 jeweils um 15 Uhr zwei Kunstgespräche für Seniorinnen und Senioren am 15. Oktober und am 29. Oktober 2025 jeweils um 14 Uhr mit der Bildhauerin Waltraud Späth aus Friedrichshafen sowie mit dem Baum-Porträtist Florian Staudenmaier. Auch eine weitere Ausgabe von „Sein und Zeit – Philosophieren mit Kunstwerken“ mit der Kunsthistorikerin und Philosophin Catharina V. Wittig zu Hans Jonas´ Werk „Das Prinzip Verantwortung“ steht am 26. Oktober 2025 um 11 Uhr auf dem Programm.

Für Eltern und Kinder
Am Sonntag, den 12. Oktober sowie am Montag, den 13. Oktober 2025 sind besonders Eltern und Kinder herzlich in die Ausstellung eingeladen: So können Familien bei einer „Rallye für Groß und! Klein“ anhand spannender Fragen die Ausstellung erkunden und anschließend selbst Bäume malen. Am Montag, 13. Oktober 2025 findet erstmals eine Känguru-Führung durch die Ausstellung für Eltern mit Babys im Tragetuch oder im Kinderwagen statt. Zu den einzelnen Angeboten ist keine Anmeldung erforderlich.

Die thematisch ausgerichtete Themenausstellung „remembering nature“ zeigt Kunstwerke von sieben Künstlerinnen und Künstlern aus Werken, Dingen und Tönen der Natur und bietet so einen spannenden Mix aus Skulpturen, Objekten, dokumentarfotografischer Installation, Film und Hörkino. Sie ist jeweils dienstags bis sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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Öffnungszeiten Di – So sowie an Feiertagen, jeweils 14-17 Uhr; Eintritt 5 Euro; Schülerinnen und Schüler, Studierende, Mitglieder des Kunstverein Bad Saulgau e.V. sowie Inhaberinnen und Inhaber des Ausweises der Stadtbücherei und / oder der Saulgauer Gästekarte (Mehrwertkarte) genießen freien Eintritt.

Freier Eintritt am 1. Sonntag im Monat:

 Individuelle Ausstellungsführungen können ebenfalls zum Preis von 50,00 € per Mail an kultur_at_bad-saulgau.de gebucht werden.

 Schulen dürfen sich wegen einer Sonderöffnung nach Bedarf am Vormittag ebenfalls gerne an das Kunst- und Kultur-Team per Mail an kultur_at_bad-saulgau.de wenden.

Text: Alexandra Karabelas, Kulturamtsleiterin


 



20 AUGUST 2025

REMEMBERING NATURE
Eröffnung: Sonntag, 14.9.2025, 17 Uhr
Dauer: 16.09.2025 – 23.11.2025

Die neue, thematisch ausgerichtete und viele Sinne ansprechende Themenausstellung ab Sonntagabend, 14. September 2025 in der städtischen Galerie „Fähre“ in Bad Saulgau bietet einen spannenden Mix aus Skulpturen, Objekten, dokumentarfotografischer Installation, Filmen und Hörkino. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind Pauline Adler, Jana Bauch, Waltraud Späth, Florian Staudenmaier, herman de vries, Kristof Georgen, sowie Frank Wendeberg mit Ursula Wendeberg und Karlheinz Grosshauser. Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntagabend um 17 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Highlight: Nach lockeren Gesprächen mit den Künstlerinnen und Künstlern spielen die Perkussionisten Frank Wendeberg und Helmut C. Kaiser, vom Publikum umrundet, ein Konzert mit dem Titel „Im Vielklang mit der Natur“. Das kostenfreie Konzert ist gleichzeitig der Startpunkt der 26. Ausgabe des tonkunst-Festivals. Eine Platzreservierung wird empfohlen. 

Der Ausstellungstitel remembering nature bringt in vielerlei Hinsicht auf den Punkt, was die ausgewählten Kunstwerke eint und auszeichnet. Gegraben, gehört, gesammelt, sortiert, in Händen gehalten, betrachtet, bearbeitet, verändert, geordnet, ineinandergefügt und in andere Formen, Beziehungen und Strukturen gebracht – kurzum: hergestellt aus den Werken, Dingen und Tönen der Natur, zeigen die ausgewählten Kunstwerke Natur, machen diese in neuen Kompositionen hörbar oder in gefilmten Erzählungen sichtbar. 

Mit jeweils rund zwanzig Arbeiten werden die Friedrichshafener Bildhauerin Waltraud Späth und die Regensburger Pflanzenkünstlerin Pauline Adler die größten Werkgruppen präsentieren. Ihre Materialien: Flugsamen, Klette, Rinde, Mooreiche, Holz, Stahl oder Beton. In der Ausstellung werden ihre Werkgruppen in einen spannenden Dialog voller Schönheit, Sinnlichkeit und Spannung zueinander eintreten.  

Erstmals in der städtischen Galerie „Fähre“ wird das Erden-Kunstprojekt „earth : oberschwaben“ des niederländischen Konzeptkünstlers herman de vries zu sehen sein. herman de vries ist weltweit bekannt für sein „Erdenmuseum“, für das er Erden aus allen Ecken der Welt auf Papier ausgerieben hat.2017 initiierte der Bad Saulgauer Unternehmer Hans-Jörg Reisch, dass Erden aus Oberschwaben in herman de vries Projekt aufgenommen werden. Hierfür luden der Künstler und der Unternehmen knapp 30 Menschen aus Oberschwaben an, Erden in der Region auszugraben und ihre persönlichen Erlebnisse mit der Erde zu erzählen. Der Filmemacher Kristof Georgen begleitete auf sensible Weise die Erdausgrabungen. Sein 3-Kanal Video „Die Protagonisten“ wird ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein. 

Hart mit der Realität konfrontierende Wirkung wird die Arbeit „Search and Rescue“ entfalten, die die 2022 von der Stiftung Wüstenrot mit dem Dokumentarfotografie Förderpreis ausgezeichnete Künstlerin Jana Bauch aus Köln erstmals überhaupt präsentieren wird. Sie beschäftigt sich intensiv und an der Grenze von Kunst und Engagement mit der Arbeit von Sea-Watch für Menschen auf der Flucht im Mittelmeer. Bauch wird ihre großformatige Dokumentarfotografie eigens für Bad Saulgau im Kreuzgang inszenieren. 

Ebenso erstmals im musealen Raum wird das Hörprojekt „Im Vielklang mit der Natur“ von Frank und Ursula Wendeberg zu sehen oder vielmehr zu hören sein, das Soundscapes aller 16 Nationalparks in Deutschland zu neuen Kompositionen verarbeitete. Das Publikum darf tief und entspannt eintauchen in ungewöhnliche Klänge, Geräusche und Sounds.

Galerie-Leiterin Alexandra Karabelas: „Im Kontext von Zeit regen die ab 16. September knapp 80 ausgestellten und hörbaren Werke nicht nur die auf sinnliche und tiefgehende Weise die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst an. Vor dem Hintergrund aktueller Diskurse über den Klimawandel und das Verhältnis des Menschen zur Schöpfung thematisieren die gezeigten künstlerischen Positionen Nachhaltigkeit und Menschlichkeit und ermutigen, die Natur, das Leben und den Kosmos mit neuen Augen und Ohren zu sehen und zu hören“. 

Die Ausstellung und das umfangreiche Begleitprogramm werden gefördert durch die Baden-Württemberg-Stiftung – Wir stiften Zukunft und die Fa. Reisch.

Des Weiteren wird dieses Vorhaben finanziert mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des ELER und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Kunstverein Bad Saulgau e.V. 

Öffnungszeiten
Di – So sowie an Feiertagen, jeweils 14-17 Uhr
Eintritt 5 €, 4 € erm.

Freier Eintritt für Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studierende sowie Inhaberinnen und Inhaber der FÄHRE-Jahreskarte, des Bibliotheksausweises, des Kunstvereins Bad Saulgau e.v. und der AuszeitCard, Freier Eintritt am 1. Sonntag im Monat.


Foto: Adler, Pauline: Kreis (2021)
Texte: Alexandra Karabelas

 



27 JULI 2025

Die Ausstellung „Kunst trifft Geschichte“ und der renovierte Moosheimer „Adler“ bilden ein Gesamtkunstwerk.

Vor vier Wochen hat die Leiterin des Bad Saulgauer Kunstvereins, Anca Jung, eine Ausstellung mit Werken der Mitglieder eröffnet, die den Kulturschwerpunkt des Landkreises Sigmaringen zum Thema „Bauernkrieg“ interpretieren. Angesichts von gut 300 Besuchern platzten damals die Räume des kunstsinnig renovierten früheren Gasthauses Adler in Moosheim schier aus den Nähten. Bei der Finissage stand der Publikumsansturm jenem der Eröffnung kaum nach. Natürlich hätten die beeindruckenden Malereien und Skulpturen während der Öffnungszeiten ebenfalls einen Besucherandrang verdient. Doch bedingt durch die extremen Temperaturen und die vielen Parallelveranstaltungen, allem voran die Zugkraft des Bächtlefests ,war der Zuspruch zeitweise verhalten. Die begleitenden Events wiederum erwiesen sich als wahre Renner. Schon das Ensemble „Petite Reprise“ staunte über ein bis auf den letzten Stuhl besetztes Kellergewölbe des „Adler“.  Unter dem Titel „Es geht ein frischer Sommer daher. Was du thust / bedenck das Ende!“ interpretierten Katja Verdi, Flöten, Renate Marpert, Cembalo, Truhenorgel, Michel Marpert, Bass-Cello, Rebec und die Sopranistin Dorothea Mertens in beeindruckender Weise Liedgut überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Die Inhalte der Stücke befassten sich mit dem Wohl und Wehe des Bauernstandes. Dessen Lebenswirklichkeit umriss der Kommentator Joachim Landkammer durch fundierte Erläuterungen, die Geschichtswissen auf unterhaltsame Weise vermittelten.

Gravierenden Gründe, die zum Aufstand der Bauern gegen den Adel führten, beleuchteten Bernhard „Barny“ Bitterwolf und Michael Skuppin in einem Liederabend, der auch typische Instrumente jener Zeit zeigte wie die hölzerne Schalmei oder das Scheitholt.  Die Barden erinnerten daran, dass viele Bauern am Existenzminimum lavierten. Als Unfreie mussten sie Frondienste leisten, der Kirche als Steuer den Zehnten überlassen, auf den Feldern malochen, den Spott des Adels gegenüber ihrem Stand ertragen, sodass viele auf ein besseres Leben im Jenseits hofften. Der letzte Teil des Beiprogramms galt der Kunst in Zeiten des Bauernkriegs. Die Kunsthistorikerin Ingeborg Maria Buck zeigte in einer Diaprojektion auf, dass viele Künstler, darunter Tilmann Riemenschneider, die Grausamkeiten des Bauernkriegs mit Tausenden von Toten thematisiert hatten. Doch da zu dieser Zeit Adel und Klerus die Aufträge an Künstler erteilten, gibt es zu Beginn des 16. Jahrhunderts weit weniger Kunstwerke als zuvor. Sepp Mahler, ein zeitgenössischer Kunstschaffender aus Bad Wurzach, hat sich im 20. Jahrhundert in Wort und Bild intensiv mit dem Bauernkrieg auseinandergesetzt, wohl wissend, dass die Ziele Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit auch 500 Jahre später nicht überall gegeben sind. 

Die Initiatorin der Ausstellung, Anca Jung, war sehr zufrieden mit dem Erfolg des Projekts. Ihre Idee, Kunst aufs Land zu bringen und den Menschen die Schwellenangst vor Galerien zu nehmen, ist voll aufgegangen. Zumal der „Adler“ sich als äußerst attraktive Location erwies.

Text und Fotos: Monika Fischer

 


25 JUNI 2025

KUNST TRIFFT GESCHICHTE

Das Kulturforum des Landkreises Sigmaringen legt jährlich einen Kulturschwerpunkt fest, der kreisweit durch zahlreiche Veranstaltungen interpretiert wird. 2025 geht es um „Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit. 500 Jahre Bauernkrieg.“ Auch der Kunstverein Bad Saulgau beteiligt sich unter seiner Vorsitzenden Dr. Anca Jung in Form einer Ausstellung, die Malerei und Skulpturen von Vereinsmitgliedern sowie Exponate aus dem Fundus der Galerie Fähre zeigt. Die Schau zum Freiheitskampf der Bauern wurde vor Kurzem im historischen Ambiente des früheren Gasthofs Adler in Bad Saulgaus Teilort Moosheim eröffnet und dauert bis zum 27. Juli 2025.


Ob das herrliche Sommerwetter, die Neugier auf die ausgestellten Werke oder auf das von Jürgen Schulz-Lorch und seiner Frau Corinna Wagner mit viel Fingerspitzengefühl renovierte, denkmalgeschützte Gebäude der Auslöser war: Zur Überraschung des veranstaltenden Gremiums fanden knapp 300 Besucherinnen und Besucher den Weg nach Moosheim. Mit dabei Landrätin Stefanie Bürkle, die dazu aufrief, die Freiheitsgedanken der aufständischen Bauern weiterzutragen, sich für Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen. Ihr Dank galt allen, die an der Sanierung des „Adlers“ zu einem Kulturdenkmal mitgewirkt hatten und damit Bad Saulgaus Ruf als kultur-prädestinierte Stadt im Kreis Sigmaringen unterstrichen. Auch Ortsvorsteher Alfons Reuter und Bad Saulgaus Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller zeigten sich in ihren Grußworten begeistert von der Initiative des Bad Saulgauer Kunstvereins und seiner rührigen Vorsitzenden. Den musikalischen Rahmen gestaltete eine Gruppe von hervorragenden Musikerinnen in historischen Gewändern, die auf alten Instrumenten Stücke aus dem Mittelalter lebendig werden ließen. Nicht zu vergessen Moosheims Backfrauen, die nach überlieferten Rezepten gebackenes Brot servierten. 

Foto + Text: Monika Fischer
Plakat: Anja Jelly

 


07 MAI 2025

dem Paradies entgegen
ZEITGENÖSSISCHE POSITIONEN IN TANZ, FOTOGRAFIE, FILM, INSTALLATION, CYANOTYPIE, MALEREI UND SKULPTUR

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau
27.5. bis 17.8.2025

Was ist „im Paradies“? Wo ist es und wer sind wir „im Paradies“? Die Vorstellung vom „Paradies“ finden wir in allen Weltreligionen. In den christlich-abendländischen Erzählungen bedeutet das Paradies so viel wie „umzäunter Raum“ oder „Garten“, der von Gott auf der Erde angelegt worden ist. Es markiert jenen Ort, an dem der Mensch seine erste Heimat fand. Dessen Vertreibung verwandelte das Paradies in einen Sehnsuchtsort. Die Unruhe als prägendes Lebensgefühl und aktuelle Verhältnisse stehen wiederum heute „dem Paradies entgegen“. Allem entfliehen zu wollen, „dem Paradies entgegen“ zu eilen, dorthin, wo man entrückt sein kann, in einer Gegenwelt, berührt oft auch als Wunschvorstellung. Wichtigste Grundbedürfnisse sind hierbei im Spiel. In ihrem Kurs auf neue Fahrwasser, gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung – Wir stiften Zukunft, findet die städtische Galerie „Fähre“ ihren künstlerischen Brennpunkt in der offenen Frage nach dem Paradies. Provoziert wurde sie durch eine Auswahl markanter aktueller Positionen in Tanz, Film, Fotografie, Installation, Malerei und Cyanotypie sowie Skulptur, die sich in den letzten Jahren dem Spannungsfeld Mensch, Körper, Natur, Existenz und Technologie gewidmet haben. Der Kunstverein unterstützt die Ausstellung mit einem Förderbetrag für die Kunstvermittlung für Schulklassen. KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER: Andrea D’Aquino Philipp Contag-Lada Mirko Ingrao Hannah J. Kohler Paco Ladrón de Guevara Stéphany Lugassy Donnavolta Newmen Marianne Quénéhervé Silvia Reh Claudia Rogge Florian Staudenmaier Alex Tennigkeit Rainer Zerback

Kuratorin: Alexandra Karabelas
Bildnachweis: Bildnachweis: Untamed, Film von Donnavolta Newmen, Choreograf: Martino Semenzato, Tänzerin: Diana Ionescu, Foto: Daniele Silingardi


 


24 FEB 2025

Ausflug Kunsthalle Mannheim am 22.02.2025
Ausstellung "Die Neue Sachlichkeit"

26 Mitglieder des Kunstvereins haben einen wunderschönen Tag in Mannheim in der Kunsthalle verbracht. Mit dem Ausstellungsprojekt "Die Neue Sachlichkeit - Ein Jahrhundertjubiläum" blickt die einmalige Kunsthalle Mannheim auf die unzweifelhaft bekannteste wie auch bedeutendste Ausstellung in ihrer über 100-jährigen Geschichte zurück.

Wir haben eine einmalige Kunstführung genossen: Alexandra Karabelas, unsere neue Kulturamtsleiterin hat uns begleitet. Wir sind mit ihr in die spannende, unruhige, wilde Zeit der 20er-Jahre getaucht. 

Liebe Frau Karabelas, wir danken Ihnen! Sie machen die Kunst anschaulich, begreifbar und lebendig !

.-.-.-.-.-.

(Text: Anca Jung)

 


18 FEB 2025

Einladung zum „Bilderdenken“

Ab 9. März bis 4. Mai 2025 ehrt die städtische Galerie „Fähre“ den Maler Gerhard Langenfeld zum 70. mit einer großen Überblicksausstellung. Der besondere Ausstellungstitel ist Programm: Sie lädt zum „Bilderdenken“ ein.

Neben Langenfelds ersten, farbgestischen Werken aus den 1980er Jahren und Zeichnungen zeigt die Überblicksausstellung viele Teile aus besonderen Werkreihen. In Reihen und anderen Ordnungen gehängte Arbeiten, so aus der am 10. Januar 2003 begonnenen unendlichen 'Schwarzproben', der 'black magic'-Serie oder den Serien 'Reflection' und 'Horizonte', kreieren unerwartete Erlebnisse stiller Räume, Weiten und Landschaften, die das Sehen und Denken schulen. Aktuelle Bilder aus der Serie 'Schwarzlichtfarbraum' vervollständigen die Ausstellung. Auch wenn in Langenfeld Arbeiten die Farbe Schwarz zu dominieren scheint, bleibt das Bild ein "Bild mit Licht. Ich male nichts Anderes", sagt Langenfeld. „Farbe, Licht und Raum im malerischen Prozess sind für mich eine Art Bildmatrix“. Langenfelds Arbeiten balancieren so zwischen purer Malerei und konzeptioneller Kunst. Sie zeigen einen Künstler aus Süddeutschland, der sein Werk in über vierzig Jahren mit unvorstellbarer Konsequenz zur Ausformung einer eigenständigen künstlerischen Position vorangetrieben hat.

Im Begleitprogramm finden sich zahlreiche Angebote:
Führungen (16., 23., 30.3, 4., 6.,13.,27.4, 9.4. für Senior*innen),ein philosophisches Gespräch (30.3.), Art after work (4.4.), Kunst- und Tanz-Workshops (5., 6.,4., 3., 4.5.) sowie Konzerte mit dem Gitarristen-Duo Michael Hampel & Phileas Baun, dem Bennewitz-Quartett (15.3.) und dem Pianisten (Gerold Huber (13.4.). Schulklassen sind herzlich willkommen.

Mehr unter bad-saulgau-de

Pressetext: Stadt Bad Saulgau, Alexandra Karabelas


 


11 NOV 2024

Dreifacher Kunst-Abschied: 
Finissage der Ausstellung „Kosmos Frau“ 
Ende der Ausstellungs-Trilogie „SIGnifikante Frauen im Landkreis“
Letzte Ausstellung in der Galerie Torhaus, Kloster Sießen 

Liebe Kunstfreunde,

am Sonntag, den 10. November hat eine außergewöhnliche Finissage in der Galerie Torhaus Kloster Sießen stattgefunden. Die vielen Besucher, die dabei waren, wissen schon warum. Für alle anderen folgt jetzt eine kurze Erzählung:

Für uns war es ein Kraftakt, alle drei Ausstellungen mit 6 Veranstaltungen in einem Jahr auf die Beine zustellen. Für mich war es gestern wie eine Offenbarung und eine fantastische Erkenntnis: der Kunstverein bringt Menschen zusammen, Menschen die Frieden lieben, die das Schöne erkennen. Es entsteht ein Dialog, ohne Hemmungen und ohne Vorurteile zwischen Generationen, die eigentlich ganz verschiedene Interessen haben. Die vergangene Ausstellung hat in 17 Tagen 760 Besucher gezählt. Beachtlich!! Das Konzept, Kunst zu den Menschen zu bringen, im Prinzip keine neue Idee, hat in Bad Saulgau funktioniert.

Wir alle im Vorstand: Susanne Baur, Marianne Quénéhervé, Monika Fischer, Anja Nickol, Anja Jelly, Hendrike Kösel, Alexandra Karabelas und ich sagen ein GROSSES DANKESCHÖN für  Treue und Vertrauen, dafür, dass ihr uns immer begleitet habt, dass ihr uns unterstützt habt und dafür DASS WIR EURE SEELE GETROFFEN HABEN !

Eure Anca

 


06 NOV 2024

"Selbstbewusste Künstlerinnen-Streiflichter durch die Kunstgeschichte"
Vortrag von Ingeborg Maria Buck, Kunsthistorikerin

Barocksaal, Kloster Siessen
04. Dezember 2024, 19.30 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht


Aufgrund der großen Nachfrage, können wir diesen Vortrag wiederholen! Wir danken herzlich auch Sr. Emanuela Titze und ihren Mitschwestern für die großartige und erfolgreiche Unterstützung unserer gemeinsamen Veranstaltungen.

Wir freuen uns auf euch!
Eure Anca Jung


 


24 SEPT 2024

Durch die Jahrhunderte hindurch haben Frauen herausragende, großartige Kunstwerke geschaffen. Der Weg als Künstlerin war oft beschwerlich und hart, da Frauen in vielen Orten weder in Zünften noch Akademien aufgenommen wurden. Der Vortrag spannt in Streiflichtern einen Bogen künstlerischen Wirkens starker Frauen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. (Ingeborg M. Buck)

Vorankündigung:
Vortrag von Ingeborg Maria Buck, Kunsthistorikerin
Galerie Torhaus, Kloster Siessen
05. Oktober 2024, 14.30 Uhr

 


07 SEPT 2024

Bad Saulgau Kulturamtsleiter Ruess wird mit einem heiter-anspruchsvollen Programm in den Ruhestand verabschiedet

Mit „Ciao Andreas“ hat ein Heer von Freunden, Wegbegleitern und kunstsinnigen Fährebesuchern den Kulturamtsleiter und Galeriechef Andreas Ruess nach 32 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Damit verbunden war das Ende der Ausstellung „77 Jahre Fähre-Anschluss an die Welt“.

Wie der Moderator des Abends, der Ehinger Künstler und Kunstlehrer Volker Sonntag, verschmitzt bemerkte, wäre Andreas Ruess vermutlich „am liebsten ohne großes Brimborium“ ins Pensionärsdasein gerutscht. Doch die Vielfalt, der Witz und die exquisite Note der Beiträge, die das Programmkomitee ausgetüftelt und Ruess auf den Leib geschrieben hatte, begeisterten nicht nur ihn, sondern rissen auch das Publikum zu Klatschorgien hin. 

Zum Auftakt gab es einen Rap, in den Volker Sonntag, begleitet von Klaus Schmid an der Bassgitarre, Details über die Ruess’sche Vita gepackt hatte: aufgewachsen als sechster und jüngster Spross einer Munderkinger Familie, dort schon früh im Kulturbereich aktiv und nach dem Studium mit gerade mal 31 Jahren Kulturamtsleiter in Bad Saulgau. Ein rasanter Aufstieg. Dann erklomm Frank Müller die Bühne, den man als exzellenten Grafiker kennt. Dass er auch eine gehörige Portion Schauspieltalent besitzt, zeigte sich, als er Zitate aus Thomas Bernhards Bühnenstück „Alte Meister“ zum Besten gab. Darin bekamen Kunstschaffende und  Kunstfreunde ihr Fett in solcher Derbheit und Unflätigkeit ab, dass sich die gescholtenen Adressaten im Gegenzug köstlich über die ironietriefenden Anwürfe amüsierten. 

Ex-Bürgermeisterin Doris Schröter nahm die Gelegenheit wahr für ein Resümee ihrer sechzehnjährigen Zusammenarbeit mit Ruess und attestierte ihm höchstes Engagement bei seinem breit gefächerten Aufgabenfeld. Er habe der Stadt Bad Saulgau gut getan und sie zur heimlichen Kulturhauptstadt Oberschwabens geführt. Nachdem Galeriechef Ruess im Alten Kloster auch für den musikalischen Bereich zuständig war, durften Musikbeiträge im Programm nicht fehlen. Dafür hatte die Leiterin des Kunstvereins, Anca Jung, gesorgt und Kontakte zu verschiedenen Musikerinnen und Musikern geknüpft. Den ersten Einsatz übernahm ein eigens zusammengestelltes Trio mit Hashim Hashimov am Flügel, der Geigerin Sarah Baranja und Sabine Buchmann am Cello, das den 4. Satz aus Schostakowitschs Trio E-Moll trotz der der kurzen Zusammenarbeit souverän intonierte. 

Später interpretierte die Berliner Pianistin Beatrice Wehner – Schaller am Fazioli-Flügel die „Barcarolle“ op.71 der französischen Komponistin Mel Bonis. (1858 – 1937). In ihrem Spiel verbanden sich technische Perfektion und musikalisches Gespür zum delikaten Hörgenuss. 

Als besondere Überraschung für Andreas Ruess folgte eine Uraufführung. Die Urenkelin der französischen Komponistin Mel Bonis (1858 - 1937), Christine Géliot, hatte Beatrice -Wehner – Schaller bei einem Parisbesuch Originalnoten des Stücks „Deuxième Soir“ aus der Feder ihrer Urgroßmutter geschenkt. Interpretiert von Beatrice Wehner – Schaller, Piano, Sarah Barnja, Geige und Sabine Buchmann, Cello, erklang „Der zweite Abend“ weltweit zum ersten Mal und dies in der Bad Saulgauer Fähre.

Auch die Vorstandsmitglieder des Kunstvereins engagierten sich im Abschiedsprogramm. Nachdem Regina Dichmann über ihre zehn Jahre als Kunstvereinschefin berichtet hatte, übergaben sie dem „Fähre-Pensionär“ weiße Rosen und als bleibende Erinnerung von Anca Jung wunderschön gestaltete Masken mit Bildelementen aus dem Gemäldefundus der Fähre. 

Der Biberacher Kunsthistoriker Uwe Degreif warf einen Blick auf die Leistung von Andreas Ruess als Galerieleiter. Er erinnerte daran, dass sich bei dessen Amtsantritt die Zahl der Galerien und Ausstellungsorte im Vergleich zu früher vervielfacht hatte. Dennoch sei es Ruess gelungen, der „Fähre“ ein neues, attraktives Profil zu verschaffen, indem er die Galerie für Fotografen öffnete, für Künstler, die sich der Karikatur widmeten und für jene, die sich den Spielarten des Realismus verschrieben. Die designierte  Ruess-Nachfolgerin, Alexandra Karabelas, trat ebenfalls ans Mikrofon und freute sich auf ihre Tätigkeit als Kulturreferentin, zumal Ruess für sie zum Übergang zwei Kunstausstellungen vorbereitet hatte, darunter die bevorstehende Retrospektive zum 75. Geburtstag von Willi Siber. Als Tribut an das Arbeitsfeld Theater und Tanz hatte Alexandra Karabelas zwei Mitglieder der Ballettkompanie Halberstadt eingeladen, die zwei Lieder aus Schuberts Zyklus „Winterreise“ in dynamische, betörend schöne Bewegungsfolgen umsetzten. Das war Ausdruckstanz der Superlative. Den musikalischen Schluss der sympathischen Abschieds-Gala gestaltete der Sänger und Songwriter Johannes Koch, der sich mit James Taylor’s Song „You can close your eyes“, einem Lieblingslied von Andreas Ruess, mit viel Gefühl in die Herzen der Zuhörer sang.

(Text und Fotos: Monika Fischer)

 


20 JUNI 2024

Sonntagsmatinée
"LEUCHTENDE KLANGBILDER"
am 30.06.2024, 11 Uhr
Evangelische Kirsche Bad Saulgau 

So lautet der einladende Titel für die Matinée am 30.6. 2024 um 11 Uhr in der evangelischen Kirche Bad Saulgau. Die dort hängende, wunderbare Ausstellung wird neu umkleidet werden in Wort und Ton. Daran beteiligen sich zwei zugereiste Rheinländerinnen aus dem Raum Koblenz und Düsseldorf. Es ist Ulla Leinß mit der Vorstellung ihres Debütromans „Der Hoffnung Morgenschein“. Sie erzählt die Geschichte einer wohlhabenden Frau Ende 60, die in eine tiefe körperliche und seelische Krise gerät. Wird ihre Protagonistin Gerlinde das Wagnis eingehen und sich ihren Ängsten stellen? Ein berührender Roman über erstaunliche Möglichkeiten, die das Leben in jedem Alter bereithalten kann.

Die zweite Rheinländerin ist Ute Giese, Düsseldorferin, Flötistin und seit fünf Jahren mit eigener Lyrik in einem neuen kreativen Bereich mit Leidenschaft tätig. Ihr Buch KLANGBILDER zeigt die besondere Architektur ihrer Sprache, die klingen mag und das Gegenüber inspirieren, Assoziationen hervorrufen und dabei fern einer Analyse sein möchte. Um die morgendliche Veranstaltung möglichst bunt zu gestalten, kommt Musik hinzu. Sabine Buchmann, Cello, Dietlind Zigelli und Ute Giese, Blockflöten kennen sich seit Jahren und gestalten SIGnifikante Trios von Marco Uccellini, Georg Philipp Telemann und Anna Amalia von Preußen. So wird es ein außergewöhnlicher Vormittag mit vielen Farben werden. 

Text: Ute Giese

 


13 JUNI 2024

Kulturforum SIGnifikante Frauen im Landkreis
Das Ewig Weibliche

KUNST-KIRCHE-KULTUR 

11 Künstlerinnen und Künstler haben zum Thema Frau besondere Kunstwerke vorbereitet. Die evangelische Kirche verwandelt sich bis zum 07.07.2024 in eine besondere Galerie, bietet viel Raum für Meditation, zum Nachdenken & zum Diskutieren.

Herzliche Einladung zur Vernissage am Donnerstag, den 20.06. um 19 Uhr!

Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Liebe künstlerische Grüße,

Eure Anca 


 


10 JUNI 2024

Vernissage 'Generation Kunst', Holzmühle bei Fulgenstadt

Fotos: Wolfgang Jung

 

 


06 JUNI 2024

KUNST VERBINDET GENERATIONEN

Die Vielfalt Kunstschaffender jeden Alters wird in der Ausstellung in der historischen Holzmühle bei Fulgenstadt sichtbar. Gemeinsam und auf vier Etagen stellen Künstlerinnen und Künstler des Jungen KUNSTHAUSES und Mitglieder des Kunstverein Bad Saulgau e.V. ihre Werke aus.

We are open:
Holzmühle bei Fulgenstadt
Samstag, 15.06. / 22.06.2024
Sonntag, 16.06. / 23.06.2024
jeweils von 14 - 18 Uhr

Save the Date:
Vernissage: Sonntag, 09.06.2024, 15 Uhr (Musik: Johannes Koch)
Finissage: Samstag, 29.06.2024, 17 Uhr (Musik: Dieter Mross)

 


13 MAI 2024

Kunstverein Bad Saulgau e.V. und Kreiskulturforum

Mit einer Ausstellungs-Trilogie beteiligt sich der Kunstverein Bad Saulgau e.V. am diesjährigen Kulturschwerpunkt des Landkreises Sigmaringen, bei dem es diesmal thematisch um SIGnifikante Frauen geht. Für die dreiteilige Ausstellungsreihe konnten unter den Mitgliedern des Kunstvereins 24 Künstlerinnen und drei Künstler gewonnen werden, die ihre Arbeiten an drei ausgewählten Standorten zeigen werden: im Barocksaal des Hotels Kleber Post, in der Evangelischen Kirche Bad Saulgau sowie im Torhaus des Klosters Sießen. Die Kunstschaffenden wurden eingeladen, sich mit dem Thema „Frau“ künstlerisch auseinanderzusetzen. Für die Umsetzung ihres Sujets wurde ihnen ein größtmöglicher Gestaltungs- und Interpretationsspielraum eingeräumt. Entstanden sind dabei ganz unterschiedliche Kunstwerke aus Malerei und Plastik, in denen zum Ausdruck gebracht wird, wofür Frauen stehen, wie sie ihr Leben gestalten und die Gesellschaft prägen: mit Mut und Verstand, mit Klugheit, Schönheit und Begabung, mit Kreativität und Ausdauer.

Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, in die Welt der Farben einzutauchen, sich von der Ästhetik der Kunstwerke inspirieren und zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen künstlerischen Positionen zum Thema „Frau“ anregen zu lassen.

Die den Kunstwerken zugrundeliegenden Konzepte bedürfen mit- unter der Erläuterung. Während der Ausstellung in der Evangelischen Kirche werden die dort ausstellenden Künstlerinnen und Künstler Führungen anbieten, bei denen sie den Besucherinnen und Besuchern ihre Kunstwerke erklären und näher bringen werden.

Für das Zustandekommen dieser Ausstellungsreihe waren viele kreative Köpfe und helfende Hände nötig. Vor allem die Umgestaltung der Evangelischen Kirche in eine Kunstgalerie war nur dank der guten Zusammenarbeit mit Pfarrer Walter Schwaiger möglich, der die Kuratorinnen in ihrem Vorhaben stets bestätigt und bestärkt hat. Über die Kunstausstellungen hinaus haben die Kuratorinnen ein ebenso geistreiches wie unterhaltsames Begleitprogramm aus Kabarett, Literatur und Musik organisiert. Ob Frauenkabarett, Buchpräsentation, Orgelkonzert oder Vortrag, auf die kunstinteressierten Besucherinnen und Besucher wartet ein reichhaltiges Programm bereit. Möglich gemacht haben diese Ausstellungs-Trilogie neben den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern die beiden Kuratorinnen, Dr. Anca Jung und Marianne Quénéhervé, die mit unermüdlichem Engagement und leidenschaftlicher Begeisterung diese Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt haben. Ihnen ein herzliches Dankeschön!

Text: Doris Muth M.A., Wiss. Mitarbeiterin- Kultur und Archiv, Landkreis Sigmaringen


 


15 APRIL 2024

Barockvortrag und Orgelführung in Obermarchtal

Kunsthistorikerin M.A. Ingeborg Maria Buck und der Organist Gregor Simon haben für 45 Teilnehmer*innen die Kunst, die Musik, die Architektur & das Leben in der Blütezeit des Barocks präsentiert. Schon im vergangenen Jahr fiel der Startschuss für unsere Barockreihe im Kloster Sießen. Der diesjährige Vortrag war so interessant und lebendig, dass die Zeit wie im Fluge verging. Und auch für unsere jungen Zuhörer waren die Inhalte sehr anregend und spannend. Das Wetter und das Essen nach der Veranstaltung (Klostergasthof Adler - sehr zu empfehlen!) haben uns auch verwöhnt!

 

 

 

 


18 MÄRZ 2024

"Mein Frühstücksteller steht vor mir, mein Sinn sagt mir: das ist ein Ei und das ein Marmeladenbrot. Was ist echt, was ist Fälschung, was lese ich morgens in der Zeitung? Wer kann über die Weltwahrheit, Geschichte oder Kunst sagen es ist so geschehen oder ist es eine Fälschung?

Liebe Freunde, der Vortrag von Dirk Dietrich Henning am Abend der Jahreshauptversammlung hat uns viele Fragen gestellt und ich kann nur über mich reden: vermutlich werde ich im Überfluss der Informationen bewußt viel mehr in Frage stellen.... Ich habe mich gefreut, dass ich dabei war."

Eure Anca Jung

 

 

Dirk Dietrich Henning (Foto: Anja Jelly)

 



11 MÄRZ 2024

Werner Fohrer
Reflexion und Wirklichkeit

17 März - 26 Mai 2024

Seit über 40 Jahren zählt Werner Fohrer zu jenen Künstlern, die sich konsequent mit Farbe und Pinsel, aber auch Airbrush-Pistole an der Wirklichkeit abarbeiten. Waren die Anfänge noch weitgehend fotorealistisch geprägt, hat sich seine Malerei bald weiterentwickelt zu einer unverwechselbaren Bildsprache, die - einer Tiefenbohrung gleich - geprägt ist von der Suche nach den subkutanen Schichten  einer oberflächlich wahrnehmbaren Realität. 

Ausgehend von der realen Umgebung – Landschaft, Stadt, Mensch, Medien, Popkultur – orientiert sich Werner Fohrer an deren äußerer Erscheinung. Aber erst im Wechselspiel mit seinen inneren Eindrücken gelangt er durch Verdichtung, Überlagerung und Verfremdung zu einem realistisch-abstrahierenden Stil „von geradezu symphonischer Macht“ (Tobias Wall). Dieses künstlerische Ringen mit der Wirklichkeit hat ihm in England, wo er unter dem Titel „New German Romanticism“ ausgestellt hat, den Ruf eines Neo-Romantikers eingebracht.

Werner Fohrers Reflexionen über die Wirklichkeit – in jüngster Zeit auch über die digitalen Welten – finden Niederschlag in unterschiedlichen Werkserien. Etwa in den Wasserspiegelungen sowie Stadt- und Nachtbildern, die als verschwimmende Momentaufnahmen von der Flüchtigkeit des Augenblicks erzählen. Oder in den auf Google-Maps basierenden Streetview-Bildern, in denen der Künstler die Allgegenwärtigkeit des Digitalen thematisiert und sie wieder ins Analoge transformiert. Fohrers Kunst ist gleichzeitig Erwiderung auf die Wirklichkeit und ästhetische Konstruktion. Nicht Abbild, sondern reflektierende Antwort.

Die Ausstellung zeigt einen Überblick über Werner Fohrers Schaffen aus den vergangenen 15 Jahren und dokumentiert damit seine besondere Stellung im Bereich der gegenständlich-realistischen Malerei im deutschen Südwesten.

Öffnungszeiten

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

17.3. bis 26.5. 2024
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr

Galeriegespräch mit Werner Fohrer
Sonntag, 14. April 2024, 14 Uhr

 


17 DEZ 2023

Vorankündigung:

Vortrag am 14 MÄRZ 2024
20.15 Uhr, Hotel Kleber Post
(im Anschluss an die Mitgliederversammlung)

Dirk Dietrich Hennig spricht über die Gesellschaft für Geschichtsinterventionen"

Die Gesellschaft für Geschichtsinterventionen wurde 1998, als Reaktion auf die fortschreitende digitale Revolution und die damit einhergehenden Manipulationsmöglichkeiten von digitalen Schrift-, Foto- oder Audiodateien, von Professor Dr. Jaap van Hoofstraat gegründet. Die Gesellschaft GFG  forscht in der bestehenden und fortschreitenden Geschichtsschreibung nach ambivalenten Personen und Ereignissen, die in der bisherigen Geschichtsschreibung keine Entsprechung gefunden haben. Diese Blindflecke der Geschichtsschreibung (Hoofstraat) sollen in das kollektive Geschichtsbewußtsein gehoben und  integriert werden. Neben dieser Aufgabe werden Fragestellungen nach der Manipulationsanfälligkeit von Geschichtsschreibung unter dem Aspekt der temporären Wahrheit (Hoofstraat) erarbeitet. Seit 2015 wird die Gesellschaft von Dirk Dietrich Hennig geleitet. Für mehr Informationen: Gesellschaft für Geschichtsinterventionen Hannover (gfg-hannover.org)

 


Drei Sterne

auf Wolkenschuhen
geh ich leis'
Sterne pflücken
heute Nacht

Einen für dich
einen für mich
und einen
schenk ich dann

dem Ersten
den ich treff.


(Text: Elke Strietzel, Motiv: Monika Frick)

 


28 NOV 23

Liebe Kultur-und Kunstfreunde,

die Veranstaltung am vergangenen Donnerstag war eine unglaubliche Überraschung! Für uns alle!

Tinka's Stimme hat Suchtpotential, hat uns in ganz andere Sphären gebracht, wir wollten nicht mal unseren Atem hören. Die Geschichten von Armgard waren mal traurig, mal lustig, mal spannend, so vielfältig wie unsere Ausstellung! Ja, Vielfalt! Das war das Stichwort und die Verbindung zwischen uns allen: Zuschauer, Zuhörer, Theater, Literatur, Musik, Kunst.

Wir waren Protagonisten in einem Theaterstück mit dem Titel: "Vielfalt", vielfältig wie das Leben.Die Galerie war voll, es war für uns alle wie Einstimmung auf den Advent.

Für die, die unsere Ausstellung noch nicht gesehen haben, ist noch Zeit bis Donnerstag, 30.11. 

(Text: Anca Jung)

 



06 NOV 2023

Im Rahmen der Ausstellung "Künstlerische Vielfalt" des Kunstvereins finden zwei Literaturabende statt. Der Beginn ist jeweils um 18 Uhr im Heilig-Geist-Spital in Ravensburg.

Donnerstag, 16. November 2023:
Silke Nowak liest aus ihrem Roman „Schiller & Goethe: Die Geschichte ihrer Freundschaft oder Die Glückliche Revolution“.

Die in Ravensburg gebürtige Autorin hat an der Freien Universität Berlin Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie studiert und eine Doktorarbeit über moderne Lyrik und Poetik geschrieben. Einem größeren Publikum ist Silke Nowak bislang vor allem als Krimiautorin bekannt. In den letzten zehn Jahren gehörte sie zu den erfolgreichsten Selfpublishern in Deutschland, die ihre Bücher als eBooks direkt übers Internet vermarkten. 

In ihrem noch unveröffentlichten Roman über die Freundschaft zwischen Schiller & Goethe verknüpft die promovierte Germanistin ihre Leidenschaft für Literatur und Philosophie mit dem Talent, spannende Romane auch für ein breites, nicht-wissenschaftliches Publikum schreiben zu können. Das Romanprojekt wurde vom Förderkreis der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg ausgezeichnet. Es geht darin um die großen Themen der Kunst und Lebenskunst, um Freiheit, Schönheit, humanistische Bildung und die Frage, was Schiller und Goethe unter der „Glücklichen Revolution“ verstanden.


Donnerstag, 23. November 2023:
Kulturprogramm hoch Drei: Lesung, Theater, Musik - ein einmaliges Projekt präsentiert von Armgard Schörle und Tinka Kleffner: "WELTEN HÖREN"

Armgard ist Verfasserin zahlreicher Bücher, in denen sie sich mit den Themen Menschlichkeit, Vielfalt, Kreativität, Freiheit und Kindheit auseinandersetzt. Seit über 30 Jahren ist sie unter anderem als Reittherapeutin, Aufstellungs- und Psychodramaleiterin freiberuflich tätig.

Tinka ist ausgebildete Schauspielerin, hat in München ein junges Theater mitbegründet und widmet sich inzwischen ganz dem Sprechen. Stimme ist ihre Berufung und größte Liebe zu gleich. Seit 2017 verleiht sie Produktionen aus Film und Fernsehen ihre einzigartige Stimme. 

Über das Projekt "WELTEN HÖREN" erzählen beide Künstlerinnen so:
"Geschichten sind der goldene Faden, der uns Menschen miteinander verbinden kann. Sei es über das geschriebene oder das gesprochene Wort, sei es über die Musik, die Malerei, den Tanz."

Wer mehr hören möchte:
www.armgardschoerle.de 

und

www.fokusstimme.de  
www.tinkakleffner.de

 


Liebe Kunstfreunde!

Der Kunstverein Bad Saulgau stellt in Ravensburg aus!
SLG: Saulgau Leidenschaftlich und Gemeinsam
 
Termin:
04.11.-30.11.2023 
im Heilig-Geist-Spital
Bachstr. 57
88214 Ravensburg

Gezeigt werden Grafik, Malerei, Bildhauerei
Literaturabende:  
Lesungen finden an zwei Zusatzterminen statt!
 
Die Vernissage findet am 03. November 2023, um 19 Uhr statt!
Sie und ihre Familie, Freunde, Nachbarn und alle anderen sind herzlichst eingeladen!
 
Wir freuen uns darauf, Sie zu begrüßen!!!

Liebe Grüße,

das Arbeitsteam:
Amanda Knapp, Marianne Quénéhervé, Susanne Baur und Anca Jung 

 


 


05 OKT 2023

Eine Skulptur als Jahresgabe 2023
Extra für unsere Mitglieder hat der Bildhauer Gerold Jäggle 10 "keltische Güsse" in seinem Atelier angefertigt. Da das Interesse sehr groß war, fanden die Objekte im Rahmen einer Verlosung in der Kleber Post ihre neuen Besitzer.

Herzlichen Glückwunsch den glücklichen Gewinnern!

https://feuerwehrhaus.de/


 


07 AUG 2023

Ausstellende Künstler:innen der Mitgliederausstellung 2023 (in alphabetischer Reihenfolge)

 

 

Susanne Baur

 

 

Beate Bühler

 

 

Ingrid Butschek

 

 

Regina Dichmann

 

 

Stefan Dichmann

 

 

Ann-Kathrin Durach

 

 

Petra Ariane Ehinger

 

 

Gabriele Einstein

 

 

Elisabeth Geray

 

 

Anca Jung

 

 

Wolfgang Jung

 

 

Amanda Knapp

 

 

Bernhard Lochbühler

 

 

D.A. Marbach

 

 

Jo Maurer

 

 

Dr. A. Sascha Meyerdierks

 

 

Margitta Nagel

 

 

Marianne Quénehervé

 

 

Gerald Sauter

 

 

Natalia Sauter

 

 

Doris Schulz

 

 

Stefan Schwaiger

 

 

Ricki Scopes

 

 

Bruno Sontheimer

 

 

Claudia Sontheimer

 

 

Alla Städler

 

 

Elke Stietzel

 

 

Jolanta Switajski

 


26 AUG 2023

Zur fünften und letzten Matinee bringen Jessi und Gere Popsongs und -balladen in die Galerie Fähre

Das Projekt „Sonntags-Matinee* als Begleitung der Mitgliederausstellung des Kunstvereins Bad Saulgau war ein unerwartet großer Erfolg. Es scheint, als sei der Besuch der Galeriekonzerte am Sonntagvormittag für viele Musikbegeisterte bereits eine liebe Tradition geworden. Den Schlusspunkt hinter den Konzertreigen setzt am 27.8.2023 das Acoustic-Duo Jessi und Gere, das mit Popsongs und -balladen auch die junge Generation ansprechen möchte. Die Beiden kommen aus dem Großraum Riedlingen und treten seit geraumer Zeit gemeinsam auf. Jessi begeistert mit ihrer variablen Stimme, Gere ist ein absoluter Könner auf der Gitarre. Ihr Programm beginnt mit Songs aus den 1960ern und gelangt über Elvis, ABBA, Amy Winehouse bis in die aktuelle Gegenwart, etwa zu Ed Sheeran oder Dua Lipa.

Gefühlvolle, ruhige Balladen wechseln mit stimmungsträchtigen Gute-Laune Songs, die zum Tanzen einladen.

Die fünfte und letzte Konzert-Matinee findet am 27. August in der Galerie Fähre statt. Sie beginnt um 11.00 Uhr und dauert etwa eine Stunde. Wer die Matinee besuchen möchte, benötigt eine Eintrittskarte in die Galerie zum Preis von 3 €. Mitglieder des Kunstvereins sind frei. Die musikalischen Events beruhen auf Spendenbasis, daher freuen sich die Künstler über einen Obolus.

Die Galerieräume sind am Sonntag im Rahmen der offiziellen Öffnungszeiten zugänglich.

Wer bisher noch keine Gelegenheit zum Besuch der Mitgliederausstellung des Kunstvereins wahrgenommen hat, sollte beachten, dass sie am Sonntag, 17. September endet.

Text: Monika Fischer, Foto Acoustic Duo

 


17 AUG 2023

Die Opernsängerin Karina Aßfalg gestaltet am Sonntag, 20.08., die vierte Konzert-Matinee in der Galerie Fähre. Zur Begleitung der Mitgliederausstellung des Bad Saulgauer Kunstvereins erklingen Opern- und Operettenarien.

Im Rahmen der vierten Konzertmatinee steht mit Karina Aßfalg (Foto: Aßfalg) eine erfolgreiche Sopranistin auf der Bühne. Ihr Repertoire umfasst ein breites Spektrum an Opern- und Operettenarien sowie Liedern aus verschiedenen Musikepochen.

Das Matinee- Programm enthält Werke von Komponisten der Romantik wie Bellini, Dvorak, Verdi, streift das Operettenfach mit Franz Lehar und reicht bis in die Ge-genwart, etwa mit dem durch Bette Midler bekannten Chanson „The Rose".

Die Konzert-Matinee beginnt in der Galerie Fähre um 11 Uhr und dauert etwa eine Stunde. Wer die Matineen besuchen möchte, benötigt eine Eintrittskarte in die Galerie zum Preis von drei Euro. Mitglieder des Kunstvereins sind frei. Die musikalischen Events beruhen auf Spen-denbasis, daher freut sich die Künstlerin über einen Obolus.

Die Galerieräume sind an den Matinee- Sonntagen im Rahmen der offiziellen Öffnungszeiten zugänglich.

Text: Monika Fischer


 


13 AUG 2023

Sonntags-Matinee mit Beatrice Wehner-Schaller

 


Artikel in der "Schwäbischen Zeitung"
(Text: Monika Fischer, 11.08.2023)

 


23 JULI 2023

Mitgliederausstellung eröffnet!

Fulminanter Auftakt mit über 200 Besuchern in der Städtischen Galerie Fähre

Am Abend des 8. Juli fand die Vernissage der 2. Mitgliederausstellung des Kunstvereins Bad Saulgau statt. Der Andrang war überwältigend. Über 200 Besucher strömten in die Städtische Galerie Fähre, um die Werke der Mitglieder zu bewundern. Die Ausstellung bietet einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt und Qualität der regionalen Kunst, die von 46 Mitgliedern des Kunstvereins Bad Saulgau geschaffen wurde. 

Der Saxophonist Dieter Mross sorgte während der Vernissage für eine inspirierende musikalische Begleitung. Anschließend feierten die Besucher bei einer Sommerparty vor der Fähre mit Musik, Tanz, Wein und angeregten Gesprächen bis in die Nacht.

Die Vorsitzende Anca Jung bedankt sich im Namen des Kunstvereins bei allen Besuchern, Künstlerinnen und Künstlern sowie bei Bürgermeisterin Doris Schröter und Kulturamtsleiter Andreas Ruess für ihren Beitrag zur Realisation der Zweiten Mitgliederausstellung. Der große Andrang und die begeisterte Resonanz unterstreichen die Bedeutung der zeitgenössischen Kunst in Bad Saulgau. 

Die Ausstellung ist noch bis 3. September 2023 in der Galerie Fähre zu sehen.

 


06 JULI 2023
Der Aufbau der 2. Mitgliederausstellung ist in vollem Gange.


 


11 Mai 2023

Vorankündigung: die Planungen der 2. Mitgliederausstellung haben begonnen.

 


05 Mai 2023

Kleines Welttheater 2.0
Werner Lehmann
Roland Schauls
Sigrun C. Schleheck

Der spanische Barock-Dichter Calderón de la Barca hat mit seinem Mysterienspiel „El gran teatro del mundo“ eine Metapher geschaffen für das menschliche Leben zwischen Wichtigkeit und Nichtigkeit, Eitelkeit und Vergänglichkeit. Als Menschenkomödie im Kleinen fasziniert und inspiriert dieses „theatrum mundi“ Literaten, Musiker und Bildende Künstler bis heute. Es bildet mit all seinen alltäglichen Dramen, Absurditäten und Sonderlichkeiten ein unerschöpfliches Reservoir an Geschichten und Phantasien, die Niederschlag finden in unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen.    

Unter dem Titel „Kleines Welttheater“ hat sich die „Fähre“ 2016 schon einmal in einer breit angelegten Ausstellung dem Thema gewidmet. Nun begegnen sich mit Roland Schauls, Werner Lehmann und Sigrun C. Schleheck – die beiden letzteren waren damals schon dabei - erneut drei Künstlerinnen und Künstler, die ihr ganz eigenes „theatrum mundi“ geschaffen haben.

Es sind Spieler und Spötter, Phantasten und Poeten, die sich mit subversiver Lust und Ironie allerlei menschlichen Schwächen, Sehnsüchten und Illusionen widmen. Dabei oszillieren sie zwischen heiter und melancholisch, skurril und hintersinnig, absurd und satirisch. Genussvoll und hemmungslos bedienen sie sich der Kunst- und Kulturgeschichte, um mit abenteuerlicher Phantasie alte Geschichten neu zu erzählen: Werner Lehmann, Roland Schauls und Sigrun C. Schleheck zeigen die Welt als Bühne, in all ihren wundersamen bis kafkaesken Facetten: Kleines Welttheater eben!


Werner Lehmann
1949 geboren in Backnang, Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Universität Stuttgart, bis 2013 Kunsterzieher am Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach am Neckar, lebt in Ludwigsburg.

Roland Schauls
1953 geboren in Luxemburg, 1974 – 82 Studium der Kunsterziehung und der freien Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1998 und 2018 Prix Pierre Werner, Luxemburg. R.S wurde bekannt durch das Mammutprojekt „The Portrait Society“ mit über 500 Einzelporträts berühmter Maler aus den Uffizien (heute im Covent Garden Brüssel); lebt in Stuttgart und Luxemburg.

Sigrun C. Schleheck
1948 geboren in Heilbronn, Studium an der Freien Kunstschule Nürtingen, 2023 Kunstpreis des Bodenseekreises, Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg; lebt in Überlingen/Nesselwangen.

Öffnungszeiten
14.05. bis 2.07.2023
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

Text: Andreas Ruess


 


28 März 2023

Vortrag:
"Überraschendes zur Barockzeit in Oberschwaben"
Ingeborg Maria Buck

Liebe Kunst-und Kulturfreunde,

am 24.3.2023 hat Frau Ingeborg Maria Buck, M.A. Kunsthistorikerin im Barocksaal des Kloster Sießen einen Vortrag über die Barockzeit gehalten. Es war ein großer Erfolg, der Saal war übervoll, fast 70 Personen haben teilgenommen. Ich habe ein paar Kommentare zusammengestellt, damit Ihr eine Vorstellung von der Stimmung am Freitagabend bekommt. Gerald Bollmann hat den Vortrag meisterhaft musikalisch begleitet.

Eure Anca Jung


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"Der Vortrag geht mir immer noch nach und ich habe in meiner „Umgebung“ nur positive Stimmen gehört. Die Referentin verstand es, die Lebenswelt des Barock und der Menschen damals für uns Heutige zu verlebendigen und Verständnis  und Einsicht zu wecken. Vor allem die Kunstfertigkeit der Barockkünstler ist umwerfend! Wunderbar fand ich ja den Einstieg mit den „barocken Anreden“ der verschiedenen „Stände“! Eine ganz tolle Idee."

eine Schwester des Klosters Sießen 

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"Was für ein schöner Anlass im Barocksaal von Kloster Sießen, was für eine liebenswürdige Einführung von Anca Jung und was für eine kurzweilige Reise in die Zeit des Barock. Ich habe den Abend sehr genossen."

Juliane Lutz, Journalistin und Autorin, Bern              

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"Mit einer ausführlichen Begrüßungsformel aus dem 17.Jhdt. fesselte Frau Ingeborg Maria Buck von Beginn an die saalfüllende Zuhörerschaft und entführte in die Zeit des Barock. Durch die zahlreich projizierten Bilder aus den barocken Kirchen und Klosteranlagen Oberschwabens sowie die  Erklärungen der Symbolik in den Kunstwerken erschlossen sich wie beiläufig die inneren Zusammenhänge der christgläubigen Bildsprache der Künstler mit dem Wesen der Sakramente der Kirche. Das besonders schöne Sommerefektorium im Barockflügel des Klosters der Franziskanerinnen von Sießen bot für den Vortrag den idealen Rahmen."

Ralf Hohn, freiberuflich tätiger Klavierlehrer und  Konzertpianist 

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"Ich fand den Vortrag gestern hochinteressant, die musikalische Umrahmung sehr, sehr schön und die Örtlichkeit einfach nur wunderbar und perfekt dafür! Hat mir sehr gut gefallen, war sehr informativ und habe einiges dazu gelernt! War auch positiv überrascht über die vielen Besucher. Freue mich schon über weitere Vorträge dieser Art"

Kerstin Söckler, freischaffende Künstlerin aus Altshausen 

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07 März 2023

Sempervivum
Angelika Brackrock
D.A. Marbach

Mit Angelika Brackrock und D.A. Marbach begegnen sich bei der Ausstellung „Sempervivum“ zwei Künstlerinnen, die - experimentierfreudig und unerschrocken - ein unkonventioneller Umgang mit unterschiedlichsten Werkstoffen auszeichnet. Dabei haben sie eine je eigene Form- und Bildsprache entwickelt von unverwechselbarem Charakter, aber auch mit überraschenden Kongruenzen.

Vereint in ihrer Neugier und Unvoreingenommenheit im Hinblick auf alt bewährte wie neueste Materialien - Karton, Draht, Schnur, Papier, Stoff, Vlies, Schaumstoff, Ethylenvinylacetat (kurz: EVA), Kugelschreiber oder Heißklebstoffe -, finden beide zu einem biomorphen Formenvokabular, das sich vielfach zu komplexen Gebilden verdichtet und an Blüten, Korallen oder Geflechte denken lässt. So etwa auch an den Hauswurz, dessen botanischer Gattungsname „Sempervivum“ lautet.

Spielerisch und ohne Scheu vor Anleihen aus Flora und Fauna, bedienen sich beide Künstlerinnen der großen Wunderkammer der Natur als Impuls- und Assoziationsraum. Dabei gelingen Angelika Brackrock und D.A. Marbach in der Transformation von Material und Form eigenwillig-organische Objekte und Schöpfungen, die zwischen Kunstnatur und Naturkunst oszillieren.

Angelika Brackrock,1956 in Hamburg geboren, war nach der Ausbildung an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau als freie Goldschmiedin und Bildhauerin tätig; sie lebt in Meersburg.

D.A. Marbach, 1954 in Stuttgart geboren, studierte an der PH Ludwigsburg und war Kunsterzieherin an verschiedenen Schulen. Sie lebt in Herbertingen-Marbach.

Beide Künstlerinnen sind Mitglied im Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg (VBKW).

Öffnungszeiten
18.3. bis 1.5 2023
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

Text: Andreas Ruess

 


31 JANUAR 2023

Der Kunstverein Bad Saulgau lädt Euch herzlich zum Vortrag ein:

"Überraschendes zur Barockzeit in Oberschwaben" 
Einblicke in die Geschichte und die reichhaltige Symbolistik barocker Kirchen der Region,
herausragende Kunst-, Kultur-und Frömmigkeitsgeschichte,
Deutung der erzählfreudigen Bildprogramme des 18.Jh. in Oberschwaben.

Referentin:   
Ingeborg Maria Buck- Kunsthistorikerin M.A. 

Termin: 
24.3.2023,
Einlass ab 18.30

Musik:
Gerald Bollmann
 
an dem alten Flügel im Barocksaal des Klosters Sießen  

Für Mitglieder des Kunstverein & Klosterschwestern: Eintritt frei
Alle andere Besucher: 5,- Euro 

(Foto: Mäggi Kniele)

 


28 JANUAR 2023

Fotoshooting mit Wolfgang Jung.
Vielen Dank!

 


13 JANUAR 2023

Bäuerliche Welt
Wolf-Dietmar Unterweger

22.01. - 12.03.2023

Seit über 40 Jahren dokumentiert der in Wain (Landkreis Biberach) lebende Fotograf und Autor Wolf-Dietmar Unterweger die Welt einer kleinbäuerlichen Kulturlandschaft, wie sie sich aus Armut oder Eigensinn den großen Umwälzungen in der Landwirtschaft seit 1960 verweigert hat. So ist eine Sammlung entstanden aus etwa 500.000 Bildern, Dokumente einer untergegangenen Welt, wie sie auf diese Weise in Europa Jahrhunderte bestanden hat.

Insbesondere in Oberschwaben, aber auch in anderen Regionen und Ländern hat Wolf-Dietmar Unterweger nach Relikten dieser Welt gesucht und eine letzte Generation von Bäuerinnen und Bauern getroffen, die Zeugnis ablegen vom Leben vor der agrarindustriellen Wende.

Unterwegers Bilder sind ihr Vermächtnis. In ihrer unverstellten Klarheit und Schönheit sind sie keine dekorativen Kalendermotive, sondern sprechen direkt zum Betrachter: Nicht nur von der Vergangenheit, sondern - angesichts der dramatischen Folgen moderner Landwirtschaft für Biodiversität, Umwelt und Klima - auch von der Zukunft.

Wolf-Dietmar Unterweger, 1943 in Dresden geboren, ist promovierter Chemiker und hat in den vergangenen Jahren mit über 40 Veröffentlichungen überregional Beachtung gefunden. Nach dem Bildband „Bäuerliche Welt“ von 2012 erschien 2014 im Leopold Stocker Verlag Graz sein dreibändiges, 1.000-seitiges Opus Magnum „Die Bauern“ – Bilanz seines jahrzehntelangen wissenschaftlichen und fotokünstlerischen Schaffens.

Öffnungszeiten
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr
18. bis 21.2. (Fasnacht) geschlossen
Städtische Galerie Fähre 
Altes Kloster Bad Saulgau

Text: Andreas Ruess

 


28 SEPTEMBER 2022

Schnittgut
08 OKT - 27 NOV 2022

Martina Geist
Armin Göhringer

Mit Martina Geist und Armin Göhringer begegnen sich bei der Ausstellung „Schnittgut“ eine Künstlerin und ein Künstler, die sich beide durch eine unverwechselbare und eigenständige Bild- bzw. Formensprache auszeichnen. Holzschneiderin die eine, Bildhauer der andere, verbindet sie nicht nur die Arbeit mit dem Werkstoff Holz, sondern auch das virtuose Spiel mit der Linie und die Auseinandersetzung mit Bewegung und Raum. Mehr noch: Neben Material und formaler Kongruenzen finden sich auch inhaltliche Überschneidungen: Ihre Arbeiten spiegeln vielfach ein fragiles Gefüge von Flächen, Linien, Gegenständen und Raum; kippende Strukturen und labile Gleichgewichte werden zu Sinnbildern einer Zeit, in der so vieles ins Wanken geraten ist. 

Martina Geist hat in den vergangenen Jahren ein Ouevre von erstaunlicher Konsequenz geschaffen und entscheidend zur Weiterentwicklung des Holzschnitts beigetragen. So gelang es ihr insbesondere, den klassischen Druckstock zu autonomen Kunstwerken, nämlich farbig gefasste Holztafeln mit auratischer Qualität zu transformieren: Zwitterwesen zwischen Malerei und Objekt, die sich mit allerlei Versatzstücken aus Küche, Garten und Esszimmer durch eine vieldeutige, konstruktiv-gegenständlichen Motivwelt auszeichnen. 

Als „Holzarbeiten im Grenzbereich“ charakterisierte Armin Göhringer einmal seine Arbeiten und beschrieb damit treffend seinen virtuosen Umgang mit den Möglichkeiten und Grenzen des Materials. Mittels Kettensäge und raffinierten Kreuzschnitten, die ein vertikal-horizontales Geflecht von Leerräumen und Masse bilden, hat der Künstler zu einer abstrakten Formensprache gefunden, die einzigartig im Bereich der Holzbildhauerei ist. Geradezu atemberaubend wird es, wenn sich – scheinbar die Schwerkraft überwindend - schwere Holzquader auf filigranen Stäben zu einem fragilen Balanceakt (bewegter Raumzeichnungen) formieren. 

Die Städtische Galerie Fähre präsentiert mit der Ausstellung „Schnittgut“ zwei entschieden originäre Positionen in der zeitgenössischen Kunst und lässt dabei Holzschnitt und Skulptur in einen fruchtbaren Dialog treten, der beide Künstler gleichermaßen herausfordert und in Beziehung zueinander setzt.

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

Text: Andreas Ruess

 


10 SEPTEMBER 2022

Endlich wieder frei!
Unser erster Ausflug nach Corona.
16. Skulptura, Wasserburg 
Atelierbesuch Richard Allgaier, Bad Waldsee


Nicht mal das vorhergesagte regnerische Wetter hat uns abgehalten und unsere gute Laune beeinflusst. Wir haben unseren Ausflug schon Anfang Sommer organisiert, viele Mitglieder haben sich sofort angemeldet, die Plätze waren schnell vergeben. Dass wir an dem Samstag so ein Regenwetter gehabt haben, lag bestimmt nicht an uns …
Wir sind in Wasserburg gestartet mit Vera Noé, Vorsitzende des Kunstvereins Wasserburg, die dieses Jahr die „Skulptura“ organisiert hat. Wasserburg veranstaltet seit 2008 alle zwei Jahre eine unglaubliche Ausstellung im Freien. Dieses Jahr haben 13 internationale Bildhauer mehr als 90 zum Teil monumentale Skulpturen ausgestellt. Ein enormer Kraftakt, sowohl organisatorisch, als auch körperlich. Für eine kleine Gemeinde wie Wasserburg, ist es jedesmal eine unglaubliche Leistung, und wir waren alle begeistert.
Nach einem kurzen kulinarischen Intermezzo im Weingut Schmidt (sehr zu empfehlen!), sind wir mit den drei Kleinbussen nach Bad Waldsee gefahren, zu Richard Allgaier. Ein außergewöhnlicher und vielseitiger Künstler! Sein ganzer Lebensraum, Garten, Haus, Skulpturenpark, Ateliers, Orangerie, Scheune… ist mit Kunstwerken aus verschieden Schaffensperioden erfüllt. Ein verzauberter Ort !
Wir danken Vera, Richard und allen, die den Ausflug ermöglicht haben. Dieser Tag wird unvergesslich. 

Text: Anca Jung
Fotos: Wolfgang Jung

 


01 JUNI 2022

Nein Ulla, nein, wir werden Dich nicht einfach gehen lassen.
Wir geben Dir was mit:
wir geben Dir viel Lachen, viel Musik, wir geben Dir viel Liebe.
Und vor allem: wir geben Dir die Kunst!
Die Kunst, mit der Du uns jahrelang verwöhnt hast.

Die Kunst verbindet und die Kunst befreit, und es ist so, wie Du gesagt hast:
Du lebst hier und jetzt.
Du lebst weiter durch die Kunst in uns.

Danke Ulla für alles.
Dein Kunstverein

 


21 MAI 2022

Spielarten des Realismus
4. Juni bis 28. August 2022

Volker Blumkowski
Jiyun Cheon
Birgit Feil
Eckart Hahn
Tibor Pogonyi
Nicolas Schützinger

Seitdem im 19. Jahrhundert erstmals der Begriff des Realismus in der Bildenden Kunst auftauchte, durchlief er ein ständiges Auf und Ab zwischen Anerkennung und Ablehnung. In der Nachkriegszeit diskreditiert, erlebte er in den 1970er Jahren insbesondere durch die Leipziger Schule eine Renaissance. Heute, in Zeiten des völligen Stilpluralismus, hat der Realismus seine ideologische Konnotation verloren und findet sich in den verschiedensten Ausformungen, die vom Surrealismus über den Foto- und Hyperrealismus bis hin zum Magischen Realismus reichen. Mit den „Spielarten des Realismus“ führt die Galerie Fähre ihre langjährige Tradition fort, interessante zeitgenössische Positionen im Bereich der figürlich-gegenständlichen Kunst zu präsentieren. Bei der Ausstellung begegnen sich sechs Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Spektrum eine jeweils eigenständige und unverwechselbare Rolle einnehmen.

Volker Blumkowski (Stuttgart) zählt mit seinen skurrilen, poetisch-hintergründigen Bildwelten schon zu den Klassikern der figurativen Malerei im Südwesten. Absurde, surreale Szenen, die einer Theaterbühne zu entstammen scheinen, erzählen von den Irrungen und Wirrungen der menschlichen Existenz. Einen Sinn fürs Surreale hat auch Eckart Hahn (Reutlingen), der in malerischer Perfektion fantastische Bildwelten von magischer Wirkung schafft: Bitterböse Kommentare zum Zustand unserer Welt ebenso wie arkadische Utopien. Die Arbeiten von Nicolas Schützinger (Stuttgart/Berlin) und Birgit Feil (Warmbronn) zeichnet dagegen ein lakonischer Alltags-Realismus aus, der sich auf unprätentiöse Weise mit ganz normalen Menschen in ganz alltäglichen Situationen beschäftigt. Ihr unverstellter Blick auf Menschen wie du und ich lässt uns selbst in ihnen erkennen. Auch bei Tibor Pogonyi (München) steht der Mensch im Mittelpunkt, allerdings in einem eher symbolistischen Realismus altmeisterlicher Prägung. Mit Tüchern umhüllte Figurationen in südländisch anmutenden Garten- und Felslandschaften erinnern an biblische Szenen und scheinen auf das Geworfensein des Menschen in die Welt anzuspielen. Jiyun Cheon (München) hat nach anfänglich natura¬lis¬tischen Menschendarstellungen zu einer zunehmend surrealen Bildwelt gefunden. Seltsame Objekte und Tiere in prunkvollen historischen Interieurs machen den Betrachter zum unfreiwilligen Voyeur irritierender Szenen, die Verletzlichkeit, Konflikt und Gewalt in Beziehungen assoziieren.

Text: Andreas Ruess

 


08 APRIL 2022

Jahreshauptversammlung 2022  
Kunstverein Bad Saulgau e.V.

Es lebe die Kunst!

Am Donnerstagabend, den 7. April 2022, fand die Jahreshauptversammlung des Kunstvereins Bad Saulgau e.V. im Hotel Kleber Post statt. Es war ein ganz besonderer Abend, der mit Musik und Tanz in eine Feier für die Kunst und für die Menschen überging, die sich dafür engagieren: Regina Dichmann legte an diesem Abend nach zehn Jahren das Amt der ersten Vorsitzenden nieder, Ursel Lott nach 38 Jahren das Amt der Schatzmeisterin. Mit ihnen verabschieden sich aus dem Vorstand die zweite Vorsitzende Petra E. Ehinger und die Beisitzerinnen Toni Sauter, Sascha Meyerdierks und Edith Giebel.

In den Coronajahren 2020/2021 hatten keine gemeinsamen Aktivitäten mehr stattfinden können. Doch die Förderung der Kunst und Künstler:innen konnte weiterhin über finanzielle Zuwendungen gelingen: Der Kunstverein beteiligte sich mit 5.000 Euro beim Kauf des Bildes von Michael Luther, das seit Jahren im Eingang der Städtischen Galerie Fähre hängt, außerdem mit 10.000 Euro an einer Skulptur von Robert Schad. Beide Kunstwerke gingen in den Besitz der Stadt Bad Saulgau über. Zudem erwarb der Kunstverein ein Gemälde der Künstlerin Nicole Bold für 4.600 Euro, das seitdem als Leihgabe im Treppenhaus des Krankenhaus Bad Saulgau hängt.

An diesem Abend blickte Regina Dichmann dankbar zurück auf die vielen Begegnungen mit den Künstler:innen, Galerien und Stiftungen, die den Kunstverein Bad Saulgau in den letzten zehn Jahren mit offenen Armen empfangen haben: etwa Willi Siber, die Villa Rot, das Kunstmuseum Ravensburg, Angela und Jupp Flaig, die  Erich-Hauser-Stiftung, die Galerie Wohlhüter, Gerold Jäggle, Nicole Bold, Herbert Volz, Andrea und Nikolaus Kernbach. Regina Dichmann erinnere sich auch immer noch gern an die Aktion Kunst am Markt von 2015 oder an die einzigartige Mitgliederausstellung in der Städtischen Galerie Fähre Bad Saulgau. 

All die glücklichen Momente und Erfolge seien nicht ohne ein perfektes Vorstandsteam und die Mitglieder realisierbar gewesen, betonte Dichmann, und bedankte sich bei ihrem Team ebenso wie bei Dr. Heinz Langhammer, der 1981 den Verein gegründet hatte und ebenfalls anwesend war.

Bei den Neuwahlen standen aus dem alten Vorstand die Kommunikationsdesignerin Anja Jelly (Beirätin) und die Schriftstellerin Dr. Silke Nowak (Schriftführerin) zur Wiederwahl, die beide einstimmig in den neuen Vorstand gewählt wurden. Als neue erste Vorsitzende wird die Ärztin und Malerin Dr. Anca Jung gewählt, zum zweiten Vorsitzenden der Maler Daniel Wollmann, zur neuen Schatzmeisterin Claudia Kolb-Lang und als neue Beirätinnen die Malerin Hendrike Kösel, Beate Wollmann und die Leiterin des Jungen Kunsthauses Anja Nickol.

Als symbolischen Akt überreicht Regina Dichmann allen alten und neuen Vorstandsmitglieder Pflanzen, da der Verein für sie wie ein Garten gewesen sei. Der Garten von Dr. Heinz Langhammer habe anders ausgesehen als ihrer. Und der Garten von Dr. Anca Jung werde anders aussehen als ihrer. Nicht schlechter oder besser, sondern anders. Das Wichtigste dabei sei, sich mit Liebe um den Garten zu kümmern. Regina Dichmann habe dem Verein zehn Jahre ihre Liebe gegeben und sie hoffe, dass jeder das hatte spüren können. Für diese bewegenden Worte erhält sie viel Applaus. 

Ein besonderes Geschenk erhält Ursel Lott, die sich 38 Jahre als Schatzmeisterin um die finanziellen Angelegenheiten des Kunstvereins gekümmert hat: Ursel Lott freut sich über eine Skulptur der Bildhauerin Kerstin Stöckel aus Altshausen.

Andreas Ruess dankte Regina Dichmann im Namen der Stadt und Städtischen Galerie sehr herzlich für ihr Engagement als erste Vorsitzende. Regina Dichmann sei immer die gute Seele des Vereins gewesen, betont er, eine richtige Menschenfängerin, denn unter ihr war die Mitgliederzahl enorm angestiegen. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung überraschte der Vorstand Regina Dichmann mit Musik: Nach dem formalen Teil betraten zwei Musiker der Jazz-Band Die Drahtzieher den Raum. Es folgte ein wunderbar geselliger Abend, der mit einem Tango von Regina und Stefan Dichmann zu Ende ging. Danke, Regina!

Text: Silke Nowak
Fotos: Monika Fischer, Antonie Sauter, Anja Jelly

 



19 MÄRZ 2022

Schichtarbeit
Farbe.Linie.Form

Isa Dahl, Veronika P. Dutt, Ulla Mross, Herbert Volz, Daniel Wollmann

20. März bis 15. Mai 2022
Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau


Die Ausstellung präsentiert fünf künstlerische Positionen, bei denen das Thema Schichtung eine wesentliche Rolle spielt. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Zusammenwirken und Spannungsverhältnis der Hauptelemente bildnerischer Darstellung: Farbe, Linie und Form.

Aus dem Spiel von Schichtungen und Überschneidungen, von linearen Konvergenzen und Divergenzen eröffnet sich den Künstlerinnen und Künstlern eine unerschöpfliche Fülle von Form- und Gestaltmöglichkeiten. Diese können sich variantenreich in abstrakten und geometrischen Formmustern verdichten oder Bezüge zu gegenständlichen und figurativen Assoziationen schaffen.

Dabei reicht das Spektrum von einer strengen, konkret-konstruktiven Farbfeldmalerei des Ulmer Künstlers Herbert Volz und Veronika P. Dutts entmaterialisierten Lichträumen, die auf dem Bildgrund zu schweben scheinen, über Isa Dahls, mit großzügiger Geste und viel Schwung komponierten Farbschichtungen bis hin zur Malerei von Daniel Wollmann und Farbholzschnitten von Ulla Mross, bei denen sich durch die Überlagerung von Linie und Form dezidiert figurativ-gegenständliche Bezüge ergeben. Lineare Elemente markieren und akzentuieren die Grenzen der Farbflächen oder schreiben sich assoziativ als Figurationen und Formen in diese ein.

Es begegnen sich bei der Ausstellung fünf Künstlerinnen und Künstler, die der Farbe, Linie und Form jeweils ganz unterschiedliche Aspekte abringen: Starre und Bewegung, freie Geste und kontrollierte Form, Intuition und Konstruktion. Im Miteinander und gleichzeitigen Kontrast erlauben sie eine inspirierende Annäherung und Auseinandersetzung mit zentralen Grundelementen gestalterischen Ausdrucks.

Isa Dahl, aufgewachsen in Ravensburg, studierte u.a. bei Dieter Krieg in Düsseldorf und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien (u.a. Villa Massimo, Karl-Schmidt-Rottluff) ausgezeichnet. Die in Stuttgart lebende Künstlerin mit bundesweiter Ausstellungstätigkeit zählt heute schon zu den Klassikern der Kunst des deutschen Südwestens.

Veronika P. Dutt, 1957 in Markdorf geboren, arbeitete zunächst als Grafik-Designerin bevor sie sich 1983 als freischaffende Künstlerin in Hessen etablierte. Von 1999-2005 war sie Lehrbeauftragte der Alanus-Hochschule Alfter/Bonn und lebt seit 2018 in Wasserburg.

Ulla Mross, 1955 in Kevelaer geboren, studierte zunächst Deutsch und Kunst für das Lehramt, bevor sie ab 2003 freischaffend künstlerisch tätig wurde. Sie ist Mitglied im Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg (VBKW) und lebt in Mengen.

Herbert Volz, 1944 geboren, studierte nach einer Glasmalerlehre in den Werkstätten Derix Rottweil von 1963–67 freie und angewandte Malerei in Saarbrücken. 1986 mit dem Kulturpreis Schlesien ausgezeichnet, zählt er zu den führenden konkreten Künstlern im Südwesten. Er ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und lebt in Ulm.

Daniel Wollmann studierte an der Freien Kunstschule Nürtingen sowie der Freien Akademie Überlingen, Kunst und zählt zur Generation der jüngeren Künstler in Oberschwaben. Er ist Mitglied im Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg (VBKW) und der Künstlergruppe „Kollektiv Fünf“. Er lebt in Hohentengen.

Text: Andreas Ruess

 

HERBERT VOLZ | blau über violett + gelb | 2004 | Motiv:Platzhalter

12 NOVEMBER 2021

Norbert Stockhus
Bad Saulgau - 
Ein Bild von einer Stadt

Norbert Stockhus zählt zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten im oberen Neckarraum und nimmt als bekennender Realist eine Sonderstellung in der zeitgenössischen Kunstszene ein. Er wurde bekannt durch seine surreal-hyperrealistischen Bildkompositionen sowie seine imposanten Städtedarstellungen, mit denen er in souveräner Manier an die Alten Meister anknüpft. Sie bringen auf einzigartige Weise die Besonderheiten dieser Städte zum Ausdruck.

Aus Anlass des Stadtjubiläums 2019, als Bad Saulgau seine erste urkundliche Erwähnung vor 1.200 Jahren feierte, wurde Norbert Stockhus beauftragt, auch für Bad Saulgau ein solches Stadtgemälde zu fertigen. Mit dem großformatigen und in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Saulgau-Porträt, das dank der großzügigen Unterstützung durch Kinzelmann- und Bürgerstiftung geschaffen werden konnte, haben sich die Bürgerinnen und Bürger selbst ein Geschenk gemacht, das dauerhaft an das Jubiläum und die Geschichte der Stadt erinnern wird.

Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, in der Städtischen Galerie Fähre, in der 2016 schon eine große Norbert Stockhus-Retrospektive stattgefunden hat, sich selbst ein Bild von diesem Bild zu machen und in die eigenwillige Bildwelt des Künstlers einzutauchen.

Präsentation des Bad Saulgauer Stadtgemäldes
Sonntag, 21. November 2021, 11.30 Uhr

Norbert Stockhus
1948 in Kirchheide bei Lemgo geboren 
1964 - 67 Lehre als Schriftsetzer 
1967 - 70 Studium an der Grafischen Fachschule Stuttgart, Klasse für Zeichnen und angewandte Grafik bei Prof. Robert Förch 
1970 - 75 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart bei Prof. Peter Grau und Prof. Paul Uwe Dreyer 
seit 1975 Freischaffender Maler, Grafiker und Bildhauer 
1982 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 
2000 Bau eines Atelierhauses in Glatt 
Lebt und arbeitet seit 1980 in Sulz-Glatt
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg

Text: Andreas Ruess

 


03 JULI 2021

Am Donnerstag, 8. Juli findet um 19 Uhr im Rahmen der Ausstellung „Oh Captain, My Captain!“, die derzeit in der Städtischen Galerie Fähre gezeigt wird, eine Vorführung statt, bei der Helm Zirkelbach und Eckhard Froeschlin zeigen, wie eine Radierung entsteht und gedruckt wird.

Die beiden Künstler, die wie nur wenige das Handwerk dieser jahrhundertalten Tiefdruck-Technik beherrschen und sie vor allem weiterentwickelt haben, demonstrieren in einer praktischen Vorführung unter anderem, was es mit einer Kaltnadel- oder Weichgrund­radierung auf sich hat und welche Effekte man damit erzielen kann. Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung im Freien statt; bitte melden Sie sich mit Kontaktdaten unter 07581-207-161 an, ein Impf- oder Testnachweis ist nicht erforderlich.

Einen ersten Einblick in das Schaffen von Helm Zirkelbach gibt Ihnen ein kurzes Filmporträt, das der Landkreis Reutlingen von dem Künstler produziert hat (https://www.kultur-machen.de/Helm-Zirkelbach).

Zur Ausstellung selbst haben Eckhard Froeschlin und Helm Zirkelbach eine spezielle Vorzugsausgabe mit Motiven der Stadt geschaffen, die in einer kleinen Auflage von jeweils nur 15 Exemplaren gedruckt wurde und zum Sonderpreis von 180 € in der „Fähre“ erworben werden kann.

Ein Besuch der Ausstellung, die noch bis 1. August, dienstags bis sonntags jeweils von 14-17 Uhr geöffnet hat, ist ohne Anmeldung, Impf- oder Testnachweis möglich; es gelten die üblichen AHA-Regeln.

Text: Andreas Ruess

 


30 MÄRZ 2021

ECKHARD FROESCHLIN
HELM ZIRKELBACH

„Oh Captain, my Captain!“
Geätzte Hommagen

Bei der Ausstellung „Oh Captain, my Captain!“ begegnen sich mit Eckhard Froeschlin und Helm Zirkelbach zwei Künstler, die in den vergangenen Jahrzehnten die Technik der Radierung maßgeblich geprägt und weiterentwickelt haben. Beide zeichnen sich nicht nur durch besondere Experimentierfreude und handwerkliche Virtuosität aus, sondern auch durch ihre ausgeprägte Auseinandersetzung mit Kunst, Literatur und Geschichte in ihrem Werk. Sie lassen sich in ihrem Schaffen davon inspirieren und erweisen Dichtern und Denkern, Malern und Musikern ihre Reverenz. Dabei gelingt ihnen in kongenialer Weise die Transformation historischer, literarischer oder musikalischer Inhalte in eine bildnerische Sprache.

Eckhard Froeschlin gelangt vor allem mit Hilfe des Montageprinzips zu einer „malerischen Sinnlichkeit in der Radierung“ (Werner Meyer), die die traditionelle Ästhetik dieser Tiefdrucktechnik weit hinter sich lässt. In seinen meist figurativen Arbeiten kombiniert er gekonnt Elemente aus Zeichnung, Malerei, Typographie und Fotographie und findet so zu einer Bild- und Formensprache, die auf subtile bis explizit-eindeutige Weise Gesellschaft, Kunst und Geschichte reflektiert.

Auch für Helm Zirkelbach sind Literatur und Musik – neben der Landschaft – zentrale Inspirationsquellen. Während Froeschlin aber eher ein Geschichtenerzähler ist, versteht sich Zirkelbach mehr als Verwandlungskünstler, der literarischen oder musikalischen Werken mittels der Radierung neue Gestalt verleiht. Ob Schuberts Winterreise, Chopins 24 Préludes oder Walt Whitmans Gedichtzyklus „Gesang von mir selbst“: Seine aufwendigen Radierzyklen, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren, eröffnen einen weiteren, ganz eigenen Zugang zu Struktur, Melodie, Rhythmus und Poesie derartiger Kunstwerke.

Die Ausstellung „Oh Captain, my Captain!“ - betitelt nach Walt Whitmans berühmtem Gedicht von 1865, in dem er die Ermordung Abraham Lincolns betrauert - versteht sich als Hommage an die aufklärerische Kraft der Kunst und zeigt, dass die jahrhundertealte Technik der Radierung noch längst nicht an ihrem Ende angekommen ist.


Eckhard Froeschlin

1953 geboren in Tettnang 
1972-78 Studium an der Abteilung Münster der Kunstakademie Düsseldorf, Kunsterziehung und Geschichte
1977 Meisterschüler der Klasse Keusen. Förderpreis für Graphik des Westfälischen Kunstvereins (mit B. Hülsheger und A. Rosenthal)
1979 Arbeitsstipendium der Aldegrever-Gesellschaft, Münster
1983 Studienaufenthalt in Paris. Umzug nach Wuppertal
1984 Förderpreis der Intergraphik ´84, Berlin/DDR. Zweiter Preis mit Malerei im Wettbewerb „Pina Bausch und das Wuppertaler Tanztheater“
1990 Gründung der „Edition Schwarze Seite“ für bibliophile Buch- und Mappenausgaben, zusammen mit Anne Büssow 1998 Beginn jährlicher Graphikworkshops in Matagalpa/Nicaragua
1999 Hans-Meid-Preis für Buchkunst. Graphikpreis der Porträtbiennale Tuzla, Bosnien-Herzegowina 2005 Atelierstipendium Wilke-Haus, Bremerhaven
2009 Werkaufenthalt Alter Schlachthof, Sigmaringen
Lebt und arbeitet in Scheer/Donau.

Helm Zirkelbach

1962 geboren in Schorndorf
seit 1985 freischaffend
1986 Gründung Atelier 4, Schorndorf
1991 Erste Radierungen
1995 Umzug auf die Schwäbische Alb, Einrichtung des Ateliers & der Druckwerkstatt
seit 1994 Mitglied im VBKW / BBK
seit 2003 Dozent für Radierung Bronnbacher Akademie
seit 2006 Dozent für Radierung Fabrik am See, Horn, Bodensee
seit 2015 Dozent für Radierung Internationale Akademie Heimbach/ Eifel
Lebt und arbeitet in Kohlstetten/Schwäbische Alb.


Wichtige Hinweise zum Besuch der Ausstellung

Nach der geltenden Corona-Verordnung ist ein Galeriebesuch abhängig von den jeweils aktuellen Inzidenzzahlen im Landkreis. Informieren Sie sich unbedingt vorab, ob und zu welchen Modalitäten die Ausstellung geöffnet ist. Derzeit ist die Ausstellung geschlossen.

Grundsätzlich gilt (neben den allgemeinen Hygieneregeln sowie der Angabe der Kontaktdaten) für einen Ausstellungsbesuch:

Inzidenz bis 100: Vorherige Terminvereinbarung erforderlich
Inzidenz unter 50: Besuch ohne Terminvereinbarung möglich
Die maximale Besucherzahl ist jeweils begrenzt. 

Text: Andreas Ruess


 


05 MÄRZ 2020

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG 2020

Bei der Jahreshauptversammlung haben die Vorsitzende Regina Dichmann sowie die Vorstandsmitglieder des Kunstvereins Bad Saulgau ein überaus positives Bild des vergangenen Vereinsjahrs gezeichnet. Als gewichtiges Vorhaben der aktuellen Saison gilt die Beteiligung des Vereins am Kauf einer Schad-Skulptur, die vom Plenum gebilligt wurde.

In ihrem Blick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtete Regina Dichmann über drei Kunstfahrten, die zu spannenden Ausstellungen mit Werken von Sepp Mahler in Ehingen, Jakob Bräckle in Biberach sowie Willi Siber in der Villa Roth führten. Ein Atelierbesuch galt dem Künstlerpaar Andrea und Nikolaus Kernbach in Aulendorf. Das aus Termingründen geplatzte Treffen mit dem Bad Waldseer Künstler Richard. W. Allgaier soll in diesem Jahr nachgeholt werden. Dass der Verein sich auch sozial engagiert, zeigten eine Spende für das Kalenderprojekt des Lionsclubs sowie der Ankauf eines Kunstwerks, das als Dauerleihgabe im Bad Saulgauer Krankenhaus hängen wird. Die mit der Auswahl des Bildes betrauten Vorstandsmitglieder machten sich die Entscheidung nicht leicht, denn das Werk ist als Stimmungsaufheller für die Patienten gedacht und soll Lebensfreude vermitteln. Den Zuschlag erhielt die Biberacher Künstlerin Nicole Bold für eine leicht abstrakte Gartenlandschaft, deren endgültiger Platz noch ausgeklügelt wird. Auch in diesem Jahr wird der Kunstverein investieren, und zwar in eine Skulptur von Robert Schad, der zu den renommiertesten Stahlbildhauern der Region zählt. Augenblicklich steht sie zwischen dem Hotel Kleber Post und dem Altersheim, wo sie im Rahmen eines Schad-Projekts der Galerie Fähre aufgestellt wurde. Bevor sie dort endgültig verankert wird, baut der Künstler sie ab, um sie in weiteren Ausstellungen zu präsentieren.  Wie Kulturamtsleiter Andreas Ruess begründete, bietet der Standort städtebaulich gesehen ein Plus, weil die Skulptur zwischen den Gebäudeensembles einen optischen Halt nach hinten bietet. Was die Finanzierung betrifft, so teilen sich die Stadt, die Firma Reisch und der Kunstverein die Kosten. Eigentümerin wird die Stadt, die damit die Verantwortung für das Kunstwerk übernimmt. Der finanzielle Beitrag des Kunstvereins gilt als Spende und bedeutet gleichzeitig, dass der Verein in der Öffentlichkeit präsent ist. In seinem Jahresrückblick erwähnte  Andreas Ruess  die weit über die Stadtgrenzen hinausreichenden Erfolge dreier Ausstellungen. Als Tribut zum Stadtjubiläum war dies „Kunstschmiede LOS“, dann das Robert Schad Projekt Oberschwaben-Bodensee, dessen zentraler Ausstellungsort Bad Saulgau war. Dazu landeten etwa 10 Tonnen Stahl per Tieflader in der Stadt. Und schließlich die demnächst endende Schau „Künstler der fünf Donaustädte“, die belegt, dass im 18. und dem beginnenden 19. Jahrhundert eine erstaunlich große Zahl von Künstlern auf relativ engem Raum von ihrer Arbeit leben konnten. Für dieses Jahr plant Ruess wieder eine Reihe interessanter Ausstellungen. Schon am 3. April öffnet die Schau „Selbstbildnisse und andere Rätsel“, die unter anderen mit Bildern von Johannes Grützke, Pavel Feinstein und Sigrun Schleheck bestückt ist. Im Laufe des Jahres folgen Ausstellungen mit Christine Fausel, Friedemann Hahn und Bernhard Staerk. 

Die Vereinskasse führt Ursula Lott, die sie kurz nach der Gründung des Kunstvereins übernahm und bis heute verwaltet. Für ihre hervorragende Arbeit erhielt sie von Heidrun Mussotter und Peter Schmid, die sämtliche Belege prüften, ein großes Lob. So war es klar, dass sie und der ganze Vorstand unter der Leitung von Heinz Langhammer die einstimmige Entlastung erhielten.

Text und Fotos: Monika Fischer

Das Foto zeigt die Vorstandsmitglieder und Beiräte des Kunstverein, von li nach re Anja Jelly, Edith Griebel, Andreas Ruess, Silke Nowak, Ursula Lott, Antonie Sauter, Regina Dichmann und Petra Ehinger

 


01 MÄRZ 2020

Ankauf des Kunstvereins Bad Saulgau e.V.
Das Kunstwerk der Künstlerin Nicole Bold soll künftig als Leihgabe im SHR Klinikum in Bad Saulgau ausgestellt werden. 

LICHTGEFLUTET, 2019
Nicole Bold

 


11 NOVEMBER 2019

Künstler der ehemaligen fünf „Donaustädte“
Mengen, Munderkingen, Riedlingen, Saulgau und Waldsee

Bad Saulgau feiert in diesem Jahr seine erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren. Der Name taucht erstmals auf in einer Urkunde vom 22. Juli 819, in der Kaiser Ludwig der Fromme dem Kloster Buchau die Schenkung der Kirche zu „Sulugon“ bestätigt. 

Für die Stadt begann dann 1299, nachdem sie von den Habsburgern aufgekauft wurde, eine über 500 Jahre währende habsburgische Epoche, die 1806 mit dem Übergang an Württemberg endete. Während dieser Zeit war Saulgau, zusammen mit Mengen, Munderkingen, Riedlingen und Waldsee, fast drei Jahrhunderte lang an die Truchsessen von Waldburg verpfändet. Erst 1680 konnten sich die sogenannten „Fünf Donaustädte“ aus der ungeliebten Pfandherrschaft lösen. 

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die an den historische Städtebund erinnert, stehen Künstler dieser Städte, die insbesondere während der vorderösterreichischen Zeit tätig waren und die erstaunliche Dichte und Qualität der Kunstproduktion in dieser Region dokumentieren. Vor allem Waldsee, Riedlingen und Saulgau hatten sich nämlich im 17. und 18. Jahrhundert zu kleinen Kunstzentren entwickelt.

Gezeigt werden u.a. Gemälde und Skulpturen von Martin und David Zürn sowie Alois Lang aus Waldsee,  Joseph Ignaz Wegscheider, Johann Joseph Christian und Franz Joseph Spiegler aus Riedlingen, Johann Georg Volmar aus Mengen, Franz Joseph Gerber aus Munderkingen sowie Caspar Fuchs, Franz Joseph Zürcher, Johann Caspar Koler, Johann Georg Mesmer, Josef Anton Mesmer, Johann Nepomuk Mesmer und Johann Georg Sauter aus Saulgau.

Zur Ausstellung erscheint ein begleitendes Katalogbuch mit zahlreichen Abbildungen und Beiträgen der Kunsthistorikerin Dr. Julia Fischer (Universität Freiburg).

Munderkingen
Franz-Joseph Gerber 1688-1742

Riedlingen
Johann Georg Wegscheider 1669-1744, Franz Joseph Spiegler 1691-1757, Joseph Ignaz Wegscheider 1704-1758, Johann Joseph Christian 1706-1777, Johann Friedrich Vollmar 1751-1818

Mengen
Jakob Volmar 1741-1814, Gottfried Locher 1735-1795, Mathias Locher *1740, Johann Georg Volmar 1770-1831

Waldsee
Martin Zürn ca. 1590-1665, David Zürn, Alois "Louis" Lang 1812-1894, Nepomuk Lang 1820-1894

Saulgau
Caspar Fuchs 1671-1741, Johann Caspar Koler 1698-1747, Johann Georg Mesmer 1715-1798, Franz Joseph Zürcher 1719-1770, Josef Anton Mesmer 1747-1827, Johann Nepomuk Mesmer 1760-1837, Johann Georg Sauter 1782-1856

(Text: Andreas Ruess)
(Fotos: Kulturamt Bad Saulgau)

Geöffnet:
24.11.2019 - 15.03.2020
Di-So, jeweils 14-17 Uhr
4./25./31.12. sowie 23./24.2. geschlossen
26.12./1.1./6.1. geöffnet

 


02 OKTOBER 2019

Beim Ausflug des Kunstvereins ist Kreativität Trumpf

Die kurzfristige Absage eines Atelierbesuchs erfordert spontane Programmänderung Ersatz ist Rupert-Leser-Ausstellung

Für die diesjährige Ausfahrt des Kunstvereins hatte das Leitungsteam um die Vorsitzende Regina Dichmann zwei Atelierbesuche geplant, die dem Künstlerpaar Kernbach in Aulendorf und dem Bad Waldseer Maler und Bildhauer Richard W. Allgaier gelten sollten. Nachdem Allgaier das Treffen kurzfristig abgesagt hatte, lud Regina Dichmann spontan ins Bad Waldseer Kornhaus ein. Dort wird augenblicklich die Ausstellung „Verschwindende Welten“ des Fotografen Rupert Leser gezeigt, der über dreißig Jahre für die Schwäbische Zeitung in Leutkirch tätig war. 

Ungeachtet der Absage des Atelierbesuchs bei Richard W. Allgaier, durch die das Ausflugsprogramm um die Hälfte schrumpfte, machten sich die Teilnehmer der Kunstfahrt auf den Weg nach Aulendorf. Dort haben sich Andrea und Nikolaus Kernbach ein Domizil eingerichtet, das maßgeschneidert ist für das Schaffen beider Künstler. Wer die breite Einfahrt zu Wohnhaus und Atelier betritt, passiert rechterhand eine große Werkstatt, in der Granit in vielerlei Ausprägungen lagert: als Rohling, bereits bearbeitet als Skulptur von eher kleinerem Format, als Schleifstaub, der zu knetartiger Masse verdichtet wurde. Kein Zweifel, hier ist das Reich von Nikolaus Kernbach, der das Handwerk des Steinmetz von der Pike auf gelernt und an verschiedenen Orten, unter anderem auch am Freiburger Münster, ausgeübt hat. Doch nichts konnte den Bildhauer so fesseln wie dem gebrochenen Stein nachzuspüren, dessen natürliche Strukturen zu erkunden und ihm eine Form zu geben, die diesen entspricht. Hierbei arbeitet er mit Schichtungen, Brüchen und Schnitten, deren endgültige Gestalt den Betrachter erstaunen lässt. Kernbachs tonnenschwere Objekte, die teils im Hof lagern, entstehen in einem Tessiner Steinbruch, wo er die ganze Infrastruktur der Gerätschaften nutzen kann. Per Lastwagen gelangen sie dann an ihre neuen Standorte. Auch Andrea Kernbach ist Bildhauerin, die sich, ähnlich ihrem Mann, mit Stapeln und Schichtungen befasst. Ein Gleichklang im künstlerischen Schaffen, der auch zu gemeinsamen Ausstellungen führt. Doch Andrea Kernbachs bevorzugtes Arbeitsmaterial sind Kartonagen von vergleichsweise leichter Struktur. Daneben ist sie für ihre Wicklungen, beispielsweise die faszinierenden Kokons, bekannt, die aus Industriefolien in den Farben rot, schwarz und glasklar entstehen. Ebenso spannend sind ihre kleinformatigen Prägedrucke, für die sie Filzstempel benutzt. Ihre Experimentierfreudigkeit und ihre Erfahrung gibt sie als Kunstlehrerin an die Schüler des Bad Saulgauer Störckgymnasiums weiter. Die nächste Anlaufstelle der Kunst-Ausflügler war Bad Waldsee. Statt zu einer Stippvisite in Richard. W. Allgaiers Atelier ging es nun ins Museum im Kornhaus, wo eine Ausstellung mit Fotos des 2017 verstorbenen Rupert Leser „Verschwindende Welten“ dokumentiert. Was als Notnagel gedacht war, entwickelte sich unversehens zum Glücksfall. Hatte Regina Dichmann gerade noch bedauert, dass auf die Schnelle keine Führung zu buchen war, so wurde sie binnen kurzem des Problems enthoben. Die Mengener Künstlerin Ulla Mross, die ebenfalls an der Kunstfahrt teilnahm, hatte nämlich vor Jahren eng mit Leser zusammengearbeitet, indem sie ihn bei den Vorbereitungen zu einer großen Ausstellung unterstützte. Die gemeinsame Zeit war ihr noch in bester Erinnerung, und so beschrieb sie den Menschen Rupert Leser quasi aus dem Stand. Und dies so lebendig und gestenreich,dass sich noch weitere Ausstellungsbesucher dazugesellten.

Offen, freundlich, manchmal schlitzohrig und ein großer Erzähler sei er gewesen. Intuitiv habe er das Wesentliche einer Situation erfasst und im exakt richtigen Moment den Auslöser der Kamera gedrückt. Dazu hatte Ulla Mross auch ein paar Anekdötchen parat. Etwa die, wie begeistert er bei der Gymnaestrada 1961 in Stuttgart die Vorführungen der ranken Turnerinnen verfolgte. Im Anschluss habe er die bulgarische Riege gebeten: Mädla, kommet mol mit raus. I möcht euch vor der Halle fotografiera.“ Dieses Bild bot er der Stuttgarter Presse an, die zuerst ablehnte, dann doch zugriff und damit Lesers Karriere als Fotograf begründete.

Text: Monika Fischer
Fotos: Monika Fischer und Stefan Dichmann

 


14 JULI 2019

Aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung Saulgaus vor 1200 Jahren hat die Kinzelmann-Stiftung der Stadt Bad Saulgau ein Kunstwerk des italienischen Licht- und Konzept-Künstlers Maurizio Nannucci übereignet.

MAURIZIO NANNUCCI
LISTEN TO YOUR EYES
NEON, 2019

Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau
Foto: Andreas Gruber

 


07 JULI 2019

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG
des Kunstvereins Bad Saulgau e.V.

Am Donnerstag, den 27. Juni 2019, fand in der Kleber Post die Jahreshauptversammlung des Kunstvereins Bad Saulgau statt. Die erste Vorsitzende Regina Dichmann gab einen Rückblick auf das Vereinsjahr 2018, das mit der Ersten Mitgliederausstellung in der Galerie Fähre begann. Zur Finissage am 21. Januar 2018 war der Künstler Herbert Volz aus Ulm anwesend, der für den Kunstverein Bad Saulgau die Jahresgaben anfertigte. Neben dem Vortrag von Rainer Rappmann über „Joseph Beuys direkte Demokratie und soziale Plastik“ war vor allem der Jahresausflug in das Atelier des Bildhauers Gerold Jäggle nach Ertingen ein Highlight des Jahres 2018. Regina Dichtmann konnte die Entwicklung des Vereins positiv summieren, was sich auch an der steigenden Mitgliederzahl ablesen lässt. Aktuell begrüßte der Kunstverein sein 201-tes Mitglied.

Nach einem Rückblick des Kulturamtsleiters Andreas Ruess auf die Ausstellungen in der Galerie Fähre folgte der Bericht der Schatzmeisterin Ursel Lott. Nachdem Peter Schmid und Heidrun Mussotter die Kasse geprüft hatten, konnte die Schatzmeisterin und der Vorstand entlastet werden. Danach standen die Wahlen des Vorstands an, der sich durchgängig für eine Wiederwahl zur Verfügung stellte: Einstimmig wiedergewählt wurden Regina Dichmann als 1. Vorsitzende, Petra Ehinger als 2. Vorsitzende, Ursel Lott als Schatzmeisterin, Dr. Silke Nowak als Schriftführerin, Anja Jelly, Edith Griebel, Toni Sauter und Sascha Meyerdierks als Beisitzerinnen; Andreas Ruess ist qua seines Amtes im Vorstand. Der gesamte Vorstand freut sich über die Wiederwahl und geht mit neuen Ideen für die Kultur und Kunst in Bad Saulgau in die nächste Amtszeit.

Das Foto zeigt den alten und neuen Vorstand des Kunstvereins. 

Foto: Andreas Gruber
Text: Silke Nowak

 


06 JULI 2019

ROBERT SCHAD     
Skulpturen – Zeichnungen – Maquetten 

Der in Ravensburg geborene Stahlbildhauer Robert Schad ist mit seinem unverwechselbaren Werk zu einem der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen Kunstschaffens geworden. Seine aus massivem Vierkantstahl gefertigten „Raumzeichnungen“, oft tonnenschwer und gleichzeitig seltsam leicht anmutend, werden  von nationalen und internationalen Museen gezeigt und stehen in zahlreichen Städten Europas. Sein spektakuläres, 34 Meter hohes Kruzifix in Fàtima wurde geradezu zum Wahrzeichen des portugiesischen Wallfahrtsorts.

Unter dem Titel „Von Ort zu Ort – 60 Skulpturen an 40 Orten in 5 Landkreisen in  Oberschwaben und am Bodensee“ gibt Robert Schad im Sommer 2019 in einem groß angelegten Projekt einen umfassenden Einblick in sein Schaffen. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Fähre zeigt anhand von Skulpturen, Zeichnungen und Maquetten (Modellen) einen retrospektiven Überblick in das einzigartige Werk des Künstlers. Gleichzeitig dokumentiert sie dieses außergewöhnliche Kunstprojekt, bei dem erstmals ein Künstler die ganze Region Oberschwaben-Bodensee neu entdecken und erfahren lässt.

Geöffnet:
6. Juli bis 1. September 2019
Di-So, jeweils 14-17 Uhr

 


27 MÄRZ 2019

KÜNSTLERSCHMIEDE LOS   
Lehreroberschule und Aufbaugymnasium Saulgau 

1877-1992 

Das 1877 gegründete „Katholische Schullehrerseminar Saulgau“, später „Lehreroberschule“ (LOS) und von 1956-1992 schließlich „Aufbaugymnasium“, war lange Zeit eine zentrale Ausbildungsstätte für den Lehrernachwuchs in Württemberg mit einem ausgeprägten musisch-künstlerischen Profil. Unter der Ägide von Joachim Hämmerle, 1986-2006 Professor an der Stuttgarter Kunstakademie, war sie ab 1969 die erste Schule in Baden-Württemberg mit Bildender Kunst als Abiturhauptfach.

Namhafte Lehrer, darunter Leo Schobinger, Karl Reich, Otto Lauber, Joachim Hämmerle und Gerhard Langenfeld, haben an dieser „Künstlerschmiede“ gewirkt und dazu beigetragen, dass aus ihr zahlreiche Künstlerpersönlichkeiten hervorgegangen sind, die teilweise bis heute die Kunstlandschaft Oberschwabens prägen.

Die Ausstellung mit Werken aus nahezu 100 Jahren von Lehrern und Schülern dieser Schule erinnert an die Geschichte dieser außergewöhnlichen Bildungseinrichtung und ihre herausragende Bedeutung für den Kunstunterricht in Baden-Württemberg. Gleichzeitig spiegelt sie mit repräsentativen Arbeiten von Alois Heiss über Klaus Herzer und Willi Siber bis hin zu Gerold Miller zentrale künstlerische Entwicklungen in Malerei, Grafik und Plastik im 20. Jahrhundert.

07.04. bis 23.6.2019
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

Michael Arnold *1949 | Ansgar Boenke 1961-2016 | Anne Bösenberg *1971 | Heinz Dress *1952 | Alban Gayer *1965 | Peter Guth 1957-2006 | Volker Haas *1941 | Joachim Hämmerle *1940 | Alois Heiss 1895-1970 | Klaus Herzer *1932 | Werner Knoblauch 1911-1980 | Axel Kröck *1951 | Gerhard Langenfeld *1955 | Otto Lauber 1899-1961 | Helmut Linder 1915-1984  | Otte Mark *1940 | Richard Maucher *1949 | Eddy Michelberger *1952 | Gerold Miller *1961 | Jost Münster *1968 | Karl Reich 1901-1981 | Thomas Ruppel *1960 | Lui Schaugg *1939 | Reiner Schmieg *1935 | Leo Schobinger 1897-1985 | Willi Siber *1949 | Reinhard Sigle *1954 | Bernhard Staerk *1960 | Wolfgang Stöhr *1952 | Friedrich Wiest 1937-2012 | Alfons Wiest *1956

 


05 FEBRUAR 2019

MENSCH, FIGUR, PORTRÄT UND SAULGAUER MOTIVE  
Neues aus der Sammlung

Aus der umfangreichen Sammlung zur Kunst in Oberschwaben werden in der aktuellen Ausstellung im Lichthof des Alten Klosters ausschließlich Werke zum Themenkreis „Mensch – Figur – Porträt“ gezeigt. Neben bekannten Arbeiten von „Klassikern“ wie Otto Dix, Hans Purrmann oder Emil Kiess sind auch Bilder und Skulpturen etwa von Alfred Schwarz, Jan Balet, Josef Henselmann oder Peter Weydemann zu sehen, die das Spektrum figürlicher Kunst zwischen 1888 und heute auf vielfältige Weise abstecken.

Daneben werden in der ehemaligen Hauskapelle einige Neuerwerbungen und Schenkungen gezeigt. Erstmals zu sehen sind darunter Arbeiten von Sr. Pietra Löbl vom Kloster Sießen, Otto Sali und Lissy Geray.

Besonderes Lokalkolorit zu Bad Saulgauer Themen verströmt eine kleine Sonderschau mit Werken von Joachim Hämmerle und Bernhard Ebel. Von Joachim Hämmerle ist  - passend zur Jahreszeit – ein neunteiliger Radierzyklus zur Saulgauer Fasnet zu sehen. Und von Bernhard Ebel, dem seit 1951 in Saulgau wohnhaften und 2011 verstorben Hobby-Maler, Szenen des Bad Saulgauer Stadtlebens in seiner eigenwilligen, heiter-naiven Bildsprache.

Im Jubiläumsjahr 2019 legt die Ausstellung damit den Fokus gerade auch auf Künstler und Themen aus Bad Saulgau und lädt ein, diese neu zu entdecken.

Die Ausstellung ist geöffnet bis 24. März 2019, jeweils Dienstag bis sonntags von 14-17 Uhr. Fasnetssamstag bis Fasentsdienstag geschlossen.

(Text: Andreas Ruess)

Motiv unten: Dorausschreier, Joachim Hämmerle

 


24 NOVEMBER 2018

IM ATLIER GEROLD JÄGGLE 
Jahresausflug des Kunstvereins Bad Saulgau e.V.

Der Kunstverein Bad Saulgau besucht jedes Jahr Künstler in ihren Ateliers. Dieses Jahr ging es zu dem Bildhauer Gerold Jäggle, dessen Atelier in Ertingen zugleich eine Gießerei ist. Dort gab es die Möglichkeit, bei der Herstellung eines Bronzegusses zuzusehen.

Es sei eher ungewöhnlich für einen Bildhauer, dass er seine Objekte auch selbst gießt, erklärt Jäggle. Das leuchtet sofort ein, dann allein so ein Schmelzofen, der auf über 1000 Grad Celsius hochgeheizt werden muss, ist eine Herausforderung. Den geeigneten Raum dafür fand Jäggle im früheren Gerätehaus der Ertinger Feuerwehr, ein zweistöckiges Gebäude, das er zu Beginn der 90er Jahre mit etwas Glück ersteigern konnte. Seitdem pendelt Jäggle zwischen Stuttgart und Ertingen hin und her.

Selbst zu gießen hat für den Künstler den Vorteil, dass er mit der Gusstechnik experimentieren kann. Das Gießen wird bei Jäggle so zum Teil des künstlerischen Schaffensprozesses. Bei seinen sog. Keltischen Güssen entstehen porös und zugleich stark wirkende, in ihrer Farbigkeit einzigartige Skulpturen mit filigranen Auslaufrändern, auf den Kopf gestellte Speerspitzen, die von einer Art Corona umspielt werden.

Anhand eines Portraits von Martin Walser, das Jäggle 2011/12 anfertigte, demonstriert der Bildhauer dann seine Arbeitsweise. Zuerst formt er aus einer Wachsplatte die Hohlfigur, vergleichbar einem Schokoladenweihnachtsmann. Dann wird die Figur innen mit einer Gipsmischung aufgefüllt und als Ganze in einem Gipsblock versenkt, der oben einen Trichter hat. Gießt man nun dort die flüssige Bronze hinein, schmilzt das Wachs weg und die Bronzefigur entsteht. 

Jäggle ist ein guter Geschichtenerzähler. Während der Ofen auf 1200 Grad hochheizt, erzählt er Anekdoten, die sein Publikum zum Lachen oder zum Staunen bringen, manchmal auch zum Nachdenken. Alle lauschen gespannt, als er von seinen Portraitsitzungen bei Martin Walser in Nußdorf erzählt. Das Kneten der Wachsplatte muss auf den Schriftsteller so beiläufig gewirkt haben, dass er schließlich fragte, wann Jäggle eigentlich mit der Arbeit anfange. Daraufhin überreichte Jäggle ihm den schon fast fertigen Kopf, was bei Walser zu dem Ausruf führte: „Ja, Heilandzack!“ Nach einem Moment der Besinnung gab Walser dann seinen Segen für das Portrait: „Sie haben keine Karikatur aus mir gemacht und kein Denkmal, sondern mich in der Mitte getroffen, wo ich mich sehr wohl fühle.“

Nach einer Kaffeepause ist die Bronze abgekühlt. Vorsichtig wird der Kopf aus dem Gips geklopft und in ein Wasserbad getaucht. Als Jäggle sie wieder herauszieht, dampft der Kopf, ist rötlich, weiß und grau. Der nächste Arbeitsschritt, das sogenannten Ziselieren, wird der Bildhauer dann ohne Publikum durchführen: Die Skulptur muss noch gebürstet werden, geschliffen und patiniert. Patinieren bedeutet dabei nicht, erklärt Jäggle, dass er die Bronze am Ende anmalt, sondern das Metall verfärbt sich unter der Verwendung von Salzen selbst.

Das an diesem Nachmittag entstandene Portrait von Martin Walser ist der vierte Walser, den Jäggle seit 2011 gegossen hat. Die Skulptur wird an die Gemeinde Wasserburg an den Bodensee gehen. Doch zum Glück reichte die flüssige Bronze auch noch für den Guss einer kleinen Eule und vor allem für einen von Jäggles berüchtigten Stieren, die im Kunstverein sehr beliebt sind und sogleich Abnahme fanden. Nach dem Atelierbesuch ging es weiter in die Lounge des Restaurants Kuloer in Bad Saulgau, wo man den Tag gemeinsam ausklingen ließ.

(Text: Silke Nowak)
(Fotos: Antonie Sauter, Anja Jelly)

 


08 NOVEMBER 2018

JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG
des Kunstvereins Bad Saulgau e.V.

Am Donnerstag, den 8. November 2018, fand in der Kleber Post die Jahreshauptversammlung des Kunstvereins Bad Saulgau statt. Die erste Vorsitzende Regina Dichmann gab einen Rückblick auf das Vereinsjahr 2017, das sie als überaus erfolgreiches Jahr bezeichnete. Sie erinnerte an den Ausflug des Kunstvereins in die Walther Collection und in das Atelier von Herbert Volz nach Ulm. Ein Höhepunkt war die Mitgliederausstellung in der Galerie Fähre. Regina Dichmann sieht die Entwicklung des Vereins weiterhin positiv, was sich u.a. an der steigenden Mitgliederzahl von bald 200 ablesen lässt. Außerdem bedankte sie sich bei ihrem Vorgänger Heinz Langhammer für sein jahrzehntelanges Engagement.

Nach dem Bericht der Schatzmeisterin Ursel Lott und dem Kassenprüfer Peter Schmid wurde der Vorstand durch Heidrun Mussotter entlastet. Danach hielt Kulturamtsleiter Andreas Ruess einen Vortrag zur Geschichte der Fähre von 1947 bis 2017, die er als „Urzelle des Saulgauer Kulturlebens“ bezeichnet. Es war spannend zu hören, wie der Gemeinderat von Saulgau 1947 nicht gerade begeistert war, dass er zu den ganzen Nachkriegsproblemen noch „auf Druck durch die Franzosen“ eine Kulturstätte ins Leben rufen und finanzieren sollte. Doch das „Museum Saulgau – Die Fähre“ wurde am 12.9.1947 mit einer dreisprachigen Bücherei eröffnet. In seiner vielbeachteten Eröffnungsrede hielt Josef Karlmann Brechenmacher damals der „Stickluft einer verbrecherischen, ad absurdum geführten Weltanschauung“ (Brechenmacher) das Gedankengut des Humanismus und Idealismus entgegen. Andreas Ruess hob in seinem Vortrag viele Highlights hervor, erzählte Anekdoten wie die vom millionenschweren  Picasso, für den extra eine Alarmanlage gebaut werden musste, und schlug den Bogen über den Umzug ins Alte Kloster bis hin zu den vielbeachteten Ausstellung der Gegenwart.

(Text: Silke Nowak)


Foto unten: die Vorstandschaft um Regina Dichmann (auf dem Bild fehlen: Petra Ehinger, Ursel Lott, Sascha Meyerdierks) (Foto: Roxana Gruber)

 


18 Oktober 2018

Wilhelm Geyer

In Ekstase

Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster    
28.10. bis 06.01.2019 | Di – So 14-17 Uhr

Wilhelm Geyer (1900 – 1968) zählt zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts im deutschen Südwesten und wichtigen Erneuerern der sakralen Kunst.

1900 in Stuttgart geboren, absolviert Geyer von 1919-26 an der dortigen Kunstakademie sein Studium und wird Meisterschüler von Christian Landenberger. Zusammen u.a. mit Manfred Pahl und Manfred Henninger gründet er 1929 die „Stuttgarter Neue Sezession“, deren Mitglieder sich durch eine mutige, gegenständlich-figürliche Malerei auszeichnen, die später als „Expressiver Realismus“ (Rainer Zimmermann) bezeichnet wird.

Geyers tiefe Verwurzelung im Glauben führt dazu, dass religiöse Motive zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit werden. Aufgrund seiner „ekstatischen“ Malerei, zwischen impressionistisch und expressionistisch pendelnd, gelten seine Arbeiten während des Nationalsozialismus als „entartet“ und werden aus den Museen entfernt. Durch seine Verbindungen zu den Geschwistern Scholl gerät er 1943 außerdem in eine 100tägige Gestapo-Haft, die er mit Glück übersteht.

In der Nachkriegszeit entwickelt sich Wilhelm Geyer, der nach einer kurzen Zwischenstation in Rottweil seit 1927 in Ulm wohnt, zu einem der führenden Vertreter sakraler Kunst. Mehr als 30 Wandgestaltungen sowie nahezu 200 Glasfenster in Kirchen, darunter die Saulgauer St. Johanneskirche, der Kölner Dom, der .. Dom, dokumentieren den einzigartigen Rang Geyers auf diesem Gebiet.

Seit ihrer Gründung 1947 bis zu seinem Tod 1968 war Geyer eng mit der Saulgauer „Fähre“ verbunden. Gleich im Gründungsjahr bestritt er dort die erste Einzelausstellung überhaupt, der mehrere weitere sowie zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen folgten. Außerdem hatte er maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Oberschwäbischen Kunstpreises, der 1952 erstmals in der „Fähre“ vergeben und ihm selbst 1954 verliehen wurde. 

Aus Anlass des 50. Todestages in diesem Jahr erinnert die Städtische Galerie „Fähre“ an Wilhelm Geyer. Ergänzt um Werke seiner Künstlerkollegen der „Stuttgarter Neuen Sezession“ sowie der „Freien Gruppe“ zeigt die Ausstellung, die zuvor in der Städtischen Galerie Böblingen zu sehen war, insbesondere Porträts, Landschaften und religiöse Bilder. 

Ein Katalog mit einem Beitrag von Corinna Steimel 

(Text: Andreas Ruess)

 


19 Juli 2018

ENTRÜCKT & WUNDERSAM


Hendrike Kösel
Isabelle Roth
Sigrun C. Schleheck
Evelyn Weinzierl

Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster   
28.07. bis 14.10.2018 | Di – So 14-17 Uhr

Mit Hendrike Kösel (Bad Saulgau), Isabelle Roth (Geretsried), Sigrun C. Schleheck (Überlingen) und Evelyn Weinzierl (Berlin) vereint die Ausstellung vier künstlerische Positionen aus Malerei, Zeichnung und Bildhauerei, die sich in ihrer skurril-lakonischen Form- und Bildsprache auf wundersame Weise ergänzen. 

Rund um Sigrun C. Schlehecks Mammut-Installation „Ein Jahr in 365 Tagwerken“, in dem sie in 365 Gemälden tagebuchartig ihre Ideen und Eindrücke eines ganzen Jahres künstlerisch festgehalten hat, begegnet sich ein eigenwilliges Figurenarsenal aus entrückten Tulpenköpfen, einsamen Ruderinnen und bierseligen Kneipenbesuchern. Holzskulpturen von Evelyn Weinzierl treffen auf großformatige Menschenbilder und Interieurs der Malerin Isabelle Roth und Illustrationen zum babylonischen Gilgamesch-Epos von Hendrike Kösel.

Poetisch und heiter, ironisch und nachdenklich geht es zu, wenn die vier Künstlerinnen genüsslich und furchtlos aus der Kunstgeschichte zitieren oder den Betrachter in ihre wundersamen Bildwelten entführen. Ein Fest für Auge, Herz und Hirn, das Vieles in der Schwebe lässt und in seiner Rätselhaftigkeit gleichermaßen berührt wie irritiert.

Hendrike Kösel
1963 geboren in Sigmaringen
1982-1983 Freie Kunstschule Stuttgart
1983-1987 Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Moritz Baumgartl und Wolfgang Gaefgen
Seit 1997 Dozentin am Jungen Kunsthaus Bad Saulgau
Seit 2005 Lehrtätigkeit an den Gymnasien Bad Buchau, Weingarten, Wilhelmsdorf
Lebt und arbeitet in Bad Saulgau

Isabelle Roth
1969 geboren und aufgewachsen in Zürich
1986-1988 Tanzausbildung Colombo Dance Factory, Zürich 1989 Scuola Teatro Dimitri, Tessin
1995-2000 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München
Lebt und arbeitet in Geretsried bei München

Sigrun C. Schleheck
1948 geboren in Heilbronn
Grafische Ausbildung, Stuttgart
Pädagogisches Studium Esslingen
Studium an der Freien Kunstschule Nürtingen, Grafik und Illustration
Internationale Sommerakademie Salzburg, Malerei bei Per Kirkeby    
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg
Lebt und arbeitet in Überlingen Nesselwangen

Evelyn Weinzierl
1978 geboren in Prien am Chiemsee
2005–2010 Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
2010–2011 Meisterschülerin bei Stephan Balkenhol
Lebt und arbeitet in Berlin

(Text: Andreas Ruess)

 


27 April 2018

GESTRANDET IN OBERSCHWABEN

Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster  
06.05. bis 17.06.2018 | Di – So 14-17 Uhr

Nachdem der Bodensee schon Anfang des 20. Jahrhunderts sich zu einem Refugium für Künstler entwickelt hatte, erfuhren nach 1945 auch Oberschwaben und das Allgäu eine ähnliche Entwicklung. Zahlreiche Künstler insbesondere aus den deutschen Ostgebieten haben vor allem in der unmittelbaren Nachkriegszeit hier eine neue Heimat gefunden. Die Kunstlandschaft Oberschwaben mit ihrer fast schon legendären, 1947 gegründeten Künstlervereinigung Sezession Oberschwaben-Bodensee (SOB) wäre nicht denkbar gewesen, ohne die vielen Maler und Bildhauer, die es etwa aus Berlin oder Sachsen hierher verschlagen hat. 

Am Beispiel von Paul Heinrich Ebell, André Ficus, Erwin Henning, Hans Hoehl, Werner Rohland, Alfred Schwarz, Herbert Vogt und Wolfgang von Websky erinnert die Ausstellung an diese Künstler-Generation, die nach schweren Schicksalsschlägen an ihren neuen Wirkungsstätten das Kunstgeschehen der Nachkriegszeit maßgeblich mitbestimmt hat.

(Text: Andreas Ruess)

 


29 Januar 2018

WALTER SCHELS

EXISTENZIELLE FOTOGRAFIE

Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster  
17.02. bis 22.04.2018 | Di – So 14-17 Uhr

Nach Ausstellungen mit Herlinde Koelbl, Toni Schneiders und Karin Székessy präsentiert die „Fähre“ mit Walter Schels nun einen weiteren herausragenden Vertreter der Fotografie in einer umfassend angelegten Werkschau.

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Walter Schels wie kein anderer Fotograf seiner Generation mit Extremsituationen der menschlichen Existenz. In Serien und Langzeitprojekten widmet er sich Menschen mit Behinderung oder Frühgeborenen ebenso wie Sterbenden oder Transsexuellen. Mit gleicher Intensität porträtiert er seit vielen Jahren auch Tiere, aber auch Prominente wie etwa Joseph Beuys, Andy Warhol oder den Dalai Lama. In seinen zahlreichen Publikationen, ob in „Die Seele der Tiere“ oder in dem gerade erschienen Buch „Hände“, geht es Schels immer darum, dem Wesen und der Persönlichkeit eines Motivs  auf den Grund zu gehen und beides sichtbar zu machen.

Die Ausstellung zeigt einen retrospektiven Querschnitt durch das Werk des Fotografen, über das der renommierte Kunsttheoretiker Klaus Honnef sagt: „Die menschliche Existenz in vielen ihrer Bezüge ist noch niemals zuvor in der bezwingenden Form vergegenwärtigt worden wie im fotografischen Werk von Walter Schels“. 

1936 in Landshut geboren, war Walter Schels zunächst als Schaufensterdekorateur in Barcelona, Kanada und Genf tätig, bevor er 1966 in New York seine fotografische Karriere begann. 1970 eröffnete er in München sein eigenes Studio und arbeitete für Magazine wie den STERN und ELTERN. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Goldmedaille des Art Directors Club Deutschland, dem „Hansel-Mieth-Preis“ und dem World Press Photo Award 2004 für die Serie „Noch mal leben vor dem Tod“ (mit Texten von Beate Lakotta). Sie zeigt Hospizpatienten kurz vor und nach ihrem Tod und fand – mit Ausstellungsstationen u. a. in London, Montréal, Tokio und Oslo – weltweit große Resonanz. 

Walter Schels ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Ehrenmitglied des BFF (Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V.). Er lebt und arbeitet ebendort.

(Text: Andreas Ruess)


 


22 Januar 2018

FINISSAGE 

MIT HERBERT VOLZ


Am Sonntag, den 21. Januar 2018, fand um 16:30 Uhr die Finissage der ersten Mitgliederausstellung des Kunstvereins Bad Saulgau in der Galerie Fähre statt. Anwesend war auch der Ulmer Künstler Herbert Volz, der für den Kunstverein Bad Saulgau die neuesten Jahresgaben anfertigte.

Die Finissage stieß – wie auch schon die Vernissage am 8. Dezember 2017 – auf großes Interesse bei der Öffentlichkeit. Jeder Platz war besetzt im Alten Kloster, als der Kulturamtsleiter Andreas Ruess das Publikum begrüßte. Ruess zeigte sich sehr zufrieden mit der Ausstellung, auch wenn er betonte, dass es nun nicht automatisch jedes Jahr eine solche Mitgliederausstellung geben wird. Regina Dichmann, die erste Vorsitzende des Kunstvereins, bedankte sich noch einmal herzlich bei allen Künstlern und Helfern, die zum Erfolg der Ausstellung beigetragen haben.

Danach trat Herbert Volz vor das Publikum und erzählte über seine Arbeit. Er fertigte für den Kunstverein 20 Objekte aus Plexiglas an, die im Anschluss käuflich erworben werden konnte. Viele Kunstfreunde nutzten diese Möglichkeit, um zu einem Vorzugspreis an großartige Kunst zu kommen.

Musikalisch sorgten die Schülerinnen Wiktoria Wasilewska (an der Violine) und Pia Bräuchle (am Klavier) für eine harmonische Untermalung der Veranstaltung.

(Text: Silke Nowak, Fotos: Stefan Dichmann)

 

HERBERT VOLZ | Ohne Titel | 20 x 20 cm | Siebdruck auf Plexiglas 2017 | VERKAUFT

HERBERT VOLZ | Ohne Titel | 20 x 20 cm | Siebdruck auf Plexiglas 2017 | VERKAUFT

HERBERT VOLZ | Ohne Titel | 20 x 20 cm | Siebdruck auf Plexiglas 2017 | VERKAUFT


15 JANUAR 2018

MITGLIEDERAUSSTELLUNG

des Kunstvereins Bad Saulgau: 

Finissage findet am 21. Januar um 16.30 Uhr in der Galerie Fähre statt.


Die erste Mitgliederausstellung des Kunstvereins Bad Saulgau ist noch bis 21. Januar in der Galerie Fähre zu sehen. Bei der Gründung des Vereins 1981 waren es vor allem kunstinteressierte Bürger, die sich um den damals ersten Vorsitzenden Heinz Langhammer für die Kunst in Bad Saulgau engagierten. Heute sind es überwiegend selbst schaffende Künstler, die den Verein am Leben halten. Dieser Entwicklung trägt die städtische Galerie Rechnung, indem sie den Mitgliedern nun erstmals die Möglichkeit bietet, aktuelle Kunstwerke auszustellen.

Die Eröffnung am 8. Dezember 2017 war ein stimmungsvoller und erfolgreicher Abend. Das Interesse der Öffentlichkeit war so groß, dass die Sitzplätze bei weitem nicht ausreichten. Musikalisch eingerahmt wurden die Ansprachen der Bürgermeisterin Doris Schröter und der ersten Vorsitzenden Regina Dichmann durch die Tangointerpretationen von Birgit Bandelow, die von Jan Siegsmund am Klavier begleitet wurde.

Doris Schröter hob in ihrer Begrüßung hervor, dass der Kunstverein der einzige Verein in Bad Saulgau sei, der von der Stadt nicht finanziell unterstützt werde. Im Gegenteil: Der Verein unterstütze die Stadt. Der Kunstverein erwirbt zum Beispiel aus eigener Kasse Bilder und Objekte, die er der Galerie Fähre zur Verfügung stellt. Auch die Zeitschrift art, die in der Bücherei Bad Saulgau für die Bürger ausliegt, wird vom Kunstverein getragen.

Danach trat Regina Dichmann ans Mikrophon, die seit 2012 die neue Vorsitzende des Kunstvereins ist. Sie bedankte sich herzlich bei ihrem Vorstand für das ehrenamtliche Engagement, namentlich bei Anja Jelly, Silke Nowak, Edith Griebel, Sascha Meyerdiercks, Ursel Lott, Toni Sauter, Petra Ehinger und Andreas Ruess. Anschließend bat sie die 35 ausstellenden Künstler nach vorne. Aufgrund der unterschiedlichen Ansätze war diese Ausstellung zwar eine Herausforderung gewesen, aber das Ergebnis zeigt eine wunderbare Zusammenschau mit vielen Highlights sowie eine Stadt mit einer immer lebendiger werdenden Kunstszene. 

Am Sonntag, den 21. Januar, findet um 16:30 Uhr in der Galerie Fähre die Finissage statt, bei der auch die neuesten Jahresgaben erworben werden können, die der Ulmer Künstler Herbert Volz für den Kunstverein Bad Saulgau exklusiv anfertigte.

(Text: Silke Nowak)

Ateliergespräch (Foto: Stefan Dichmann)

 


10 DEZEMBER 2017


VERNISSAGE

der Mitgliederausstellung des Kunstvereins


 

Fotos: Stefan Dichmann


02 DEZEMBER 2017

ENDSPURT

Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung der Mitgliederausstellung in der Städtischen Galerie Fähre in Bad Saulgau.

(Foto: Stefan Dichmann)

 


17 NOVEMBER 2017

Die Vorbereitungen zur Mitgliederausstellung sind in vollem Gange. Zur Eröffnung am Freitag, den 08|12|2017 präsentieren 29 KünstlerInnen Ihre Arbeiten. Wir freuen uns drauf!

 


21 OKTOBER 2017

JAHRESAUSFLUG 2017  

The Walther Collection
Atelierbesuch Herbert Volz

(Fotos: Stefan Dichmann)

 


17 SEPTEMBER 2017

VERNISSAGE IM ALTEN KLOSTER  

KUNST IM SÜDWESTEN NACH 1945

Die Sammlung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen

(Fotos: Stefan Dichmann)

 


05 SEPTEMBER 2017

KUNST IM SÜDWESTEN NACH 1945  

DIE SAMMLUNG DER KREISSPARKASSE ESSLINGEN-NÜRTINGEN


Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster 
17.09. bis 26.11.2017 | Di – So 14-17 Uhr

Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen hat in den vergangenen Jahrzehnten ein außergewöhnliches Engagement für die Bildende Kunst entwickelt. Sie hat sich nicht nur durch ihre mutige Ausstellungstätigkeit profiliert, sondern auch durch die Vergabe eines Kunstpreises, der zu den ältesten und traditionsreichsten Auszeichnungen für Bildende Kunst in Deutschland zählt. Unter den Preisträgern finden sich bedeutende Namen der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts wie Walter Stöhrer, Rudolf Schoofs oder Ralph Fleck.

Im Rahmen dieses Engagements ist im Laufe der Zeit auch eine umfangreiche und repräsentative Sammlung entstanden, die die Entwicklung der Kunst im deutschen Südwesten seit 1945 auf exemplarische Weise widerspiegelt: Von den Anfängen der Abstraktion - Informel, Hard Edge und Konkrete Kunst - über die Neue Figuration bis hin zum magischen Realismus und neueren fotorealistischen Tendenzen.

Die Ausstellung zeigt Hauptwerke der Sammlung - insbesondere Malerei und Grafik - von Max Ackermann, Georg Karl Pfahler, Anton Stankowski, Lothar Quinte, Horst Antes, Dieter Krieg, Friedemann Hahn, Fritz Genkinger, Adam Lude Döring u.v.a. 

70 Jahre nach Gründung der „Fähre“ – sie wurde am 12. September 1947 als „centre d´information“ von der französischen Besatzungsmacht gegründet – spiegelt sie in großen Teilen auch die vielfältige und wegweisende Ausstellungstätigkeit der Bad Saulgauer Galerie, die sich wie kaum eine andere in Oberschwaben der Kunst des Südwestens gewidmet hat. Die Ausstellung dokumentiert damit nicht nur das herausragende Wirken der Kreisparkasse Esslingen-Nürtingen für die Bildende Kunst, sondern erinnert gleichzeitig an ein einzigartiges Kapitel oberschwäbischer Kunstgeschichte.

(Text: Andreas Ruess)

 


24 JULI 2017

FOTOSHOOTING  

MIT ANDREAS GRUBER

Vielen herzlichen Dank Andreas Gruber für die tollen Bilder!

 


24 JUNI 2017

KATRIN SZÉKESSY  

FOTOGRAFIEN 1957 - 2017

Die Ausstellung zeigt einen retrospektiven Querschnitt durch Karin Székessys fotografisches Werk der letzten 60 Jahre: Menschenbilder, Landschaften, Künstlerporträts, Stillleben, Akte.

Städtische Galerie Fähre | Altes Kloster
24.6. bis 3.9. 2017 | Di – So 14-17 Uhr

Karin Székessy, geboren 1938 in Essen, zählt zu den führenden Fotokünstlerinnen Deutschlands. Inspiriert von Henri Cartier-Bresson, beginnt sie in den frühen 1950er Jahren mit ersten dokumentarischen Versuchen bevor sie zwischen 1957 und 1959 am Institut für Bildjournalismus in München studiert und anschließend als Reportage-Fotografin bei der Zeitschrift „Kristall“ tätig ist. 

Während dieser Zeit in den 1960er Jahren ist sie auch Mitglied der „Werkgruppe Zeitgenossen“, bevor sie  1967 bis 1969 einen Lehrauftrag an der Werkkunstschule Hamburg auf dem Fachgebiet Modefotografie übernimmt. In enger Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem Künstler Paul Wunderlich, entstehen bis zu dessen Tod im Jahr 2010 zahlreiche Arbeiten, die von einer intensiven, wechselseitig inspirierten Bildwelt zeugen und heute zu Klassikern des Genres zählen.

Neben Hunderten von Buchcovern für Ullsteins „Gelbe Reihe“ sowie Künstlerporträts von Joseph Beuys bis Neo Rauch ist es vor allem die Aktfotografie, mit der sich Karin Székessy einen Namen macht in der bundesdeutschen Kunstwelt der 1960er bis 1990er Jahre. Beeinflusst  von den Surrealisten entwickelt sie dabei eine ganz eigene, äußerst atmosphärisch geprägte Bildsprache voller Poesie, bei der die Fotografie nicht Abbild, sondern „Annäherung an ein Geheimnis“ (Fritz J. Raddatz) ist.

(Text: Andreas Ruess)
(Foto: Albert Drescher)

 


03 MAI 2017

EIN BLICK  

FOTOAUSSTELLUNG

DR. STEFAN DICHMANN


Seit zwei Jahren nimmt sich Stefan Dichmann regelmäßig Zeit, um mit seiner Fotokamera die Franziskanerinnen im Kloster Sießen in ihren alltäglichen Arbeitssituationen aufzunehmen. Entstanden sind Stillleben in Schwarz-Weiß. Sie erzählen Geschichten, in denen Aufmerksamkeit und Humor, Hingabe, Treue und Beschaulichkeit sich verbinden mit einem ungewöhnlichen Einblick in das Leben der Schwestern.
36 Aufnahmen sind für die Ausstellung EIN BLICK ausgewählt. Sie laden ein, die Stimmung der Bilder zu erspüren und die Ruhe, die von ihnen ausgeht, aufzunehmen. Dr. Stefan Dichmann lebt und arbeitet als Arzt in Bad Saulgau.

Torhaus Kloster Siessen
Bad Saulgau
3. Mai - bis 10. September 2017
Di - So, 14.30 bis 16.30 Uhr
1. Sonntag im Monat geschlossen Eintritt frei

 


03 MAI 2017

Art Genossen

DAS TIER UND WIR


Von Dürers Feldhase über Anton Braiths Schafe und Rinder bis Franz Marcs blaue Pferde: Seit der Renaissance gehören Tierdarstellungen wie Porträts, Landschaften oder Stillleben zum festen Repertoire der gegenständlichen Malerei. Und auch in der zeitgenössischen Kunst hat das Tier nichts von seiner Faszination verloren - im Gegenteil: Zeigen sich doch in ihm – von zivilisationskritischer Naturmystifizierung bis hin zum häuslichen Partner-Ersatz - alle möglichen Sehnsüchte und Projektionen des Menschen.

Die Ausstellung „ArtGenossen“ präsentiert einen Querschnitt aktueller Positionen aus Malerei, Zeichnung, Fotografie und Plastik, die sich auf jeweils ganz individuelle Weise mit dem Thema Tier bzw. dem Verhältnis Tier-Mensch beschäftigen. Das Spektrum reicht dabei von nachdenklich-kritisch bis ironisch-skurril und spiegelt auf eindrückliche aber auch unterhaltsame Weise die Vielfalt künstlerischer Ansätze.

Künstler aus dem deutschen Südwesten - Hermann Schenkel, Gerold Jäggle, Thomas Putze, Volker Sonntag und Thomas Nolden – treffen auf Rudi Hurzlmeier (München) Hartmut Kiewert  (Leipzig), Pavel Feinstein (Berlin), Bruno Pontiroli (Paris) sowie die international renommierten Fotografen William Wegman (New York), Gary Heery (Sidney) und Magnum-Ex-Präsident Elliott Erwitt (New York). 

(Text: Andreas Ruess)

http://www.swr.de/kunscht/tierische-kunst-artgenossen-das-tier-und-wir-in-bad-saulgau/-/id=12539036/did=19407308/nid=12539036/akhypz/index.html

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau
08. April bis 11. Juni 2017
Di – So, Feiertag  14-17 Uhr

 


02 MAI 2017

PAUL KLEE  

ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE


Sehenswert! Nach Picasso, Chagall, Miró, Matisse und Nolde setzt Kurator Prof. Dr. Roland Doschka die Serie zur Klassischen Moderne im Stadtmuseum Lindau fort. Die Ausstellung zeigt einen breit gefächerten Blick auf das Werk von Paul Klee und macht seine Bedeutsamkeit als Künstler, Bauhaus- und Akademieprofessor spürbar.

Stadtmuseum Lindau
01. April - 27. August 2017

(Text und Foto: Anja Jelly)

 


08 OKTOBER 2016

JAHRESAUSFLUG 2016


Am Samstag, den 8. Oktober 2016, fand der diesjährige Jahresausflug des Kunstvereins Bad Saulgau statt. Zunächst führte der Bildhauer Gerold Jäggle die Gruppe durch das Skulpturenfeld bei Oggelshausen. Danach folgte ein Besuch beim Künstlerehepaar Nicole Bold und Tobias Wedler in Mittelbiberach. Der Tag klang aus mit einem gemeinsamen Abendessen im Slowfoodrestaurant „Esszimmer“.
Bei Oggelshausen stehen 25 riesige Skulpturen aus Kalkstein. Sie wurden von internationalen Künstlern während der Symposien von 1969/70 und 2000 erschaffen. Die Steine beeindrucken allein durch ihre Größe und Präsenz in der Landschaft, etwa der sogenannte „Federstein“ von Peter Randell-Page, das „Heiligtum“ von Michael Dan Archer oder die Skulptur ohne Namen von Takera Narita. Dennoch war das Bedürfnis nach Erklärung groß. So lauschte der Kunstverein dankbar den Hinweisen von Gerold Jäggle, der beim Symposion 2000 dabei war und selbst eine der Skulpturen erschuf, die „Federschale“. Die Schale ist ein maßstabgetreues Abbild des Federsees und lädt  ein zur Reflexion über Kunst und Natur. Beeindruckt hat auch die Skulptur von Marit Lyckander „Helt i IV (ganz innen 4)“: Im keilförmigen Riesenstein verbirgt sich (ganz innen) ein Hohlraum in der Form eines menschlichen Körpers. Das Angebot, dort hineinzukriechen, wurde durchaus angenommen.
Danach empfing das Künstlerpaar Nicole Bold und Tobias Wedle die  30köpfige Gruppe herzlich mit Zopfbrot, Kaffee und Kuchen in Mittelbiberach. In einem ehemaligen Bauernhaus hat das Paar hier Platz für die Familie und für ihre Ateliers und Werkstätten gefunden. Der gelernte Schreiner Tobias Wedler gestaltet wunderbare Köpfe, Hände und Körper aus Holz, bestach aber auch mit satirischen Zeichnungen und absurden Maschinen. Die renommierte Malerin Nicole Bold gab interessante Einblicke zur Entstehung und Konzeption ihrer großformatigen Ölgemälde. Das Paar beeindruckte mit seinen Arbeiten ebenso wie mit ihrem geglückten Versuch, Kunst und Leben unter einem Dach zu vereinen.

(Text: Silke Nowak)

 


17 Oktober 2015

Jahresausflug 2015

Visionen von Kunst und Leben

 

Die Jahresausflüge des Kunstvereins Bad Saulgau bieten exklusive Einblicke in die Kunstszene Süddeutschlands. 2015 ging es nach Rottweil. Am Morgen des 17. Oktober brachen die 23 Teilnehmer mit einem Bus gemeinsam auf.
Vormittags wurde der Kunstverein von dem Künstlerpaar Angela M. Flaig und Josef Bücheler in Hausen bei Rottweil herzlich empfangen. Bei Kaffee und Zopfbrot lauschte man den Anekdoten von „Jupp“ Bücheler, der bald seinen 80. Geburtstag feiert. In seinem Atelier erzählte der gelernte Glasmaler von seinem Weg als Künstler, der von einem „Unfall“ beeinflusst wurde: Beim Zeichnen mit einem Bleistift riss das Papier auf – und öffnete sich in einen dreidimensionalen Raum. Heute ist Bücheler für seine Skulpturen aus Ästen und Papier/Werbeprospekten bekannt, die er mit Asche, Erde oder Kalk überzieht. Das Atelier seiner um 12 Jahre jüngeren Frau befindet sich im Garten. Ihre „Zeit als Künstlerin“, so Flaig, „brach an, als die Kinder aus dem Haus waren.“ Der Durchbruch gelang der ehemaligen Lehrerin mit Objekten aus Samen, etwa von Löwenzahn oder Distel. Flaig demonstrierte eindrucksvoll, wie sie die Samen verarbeitet und durch Haarspray fixiert.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zur Kunststiftung Erich Hauser. Hauser avancierte in den 60er Jahren zu einem der erfolgreichsten Stahlbildhauer seiner Generation. 2004 verstarb er mit 73 Jahren auf seinem riesigen Anwesen in Rottweil. Das Gelände der ehemaligen Landessaline bekam er 1970 von der Stadt Rottweil geschenkt. Der Park wird dominiert von riesigen, spitz in den Himmel ausgreifenden Skulpturen, die einem den Atem stocken lassen. Ebenso beeindruckt zeigte sich der Kunstverein Bad Saulgau von den Wohnhäusern Hausers: Die im Bauhausstil errichtete Villa aus Glas und Stahl tauschte Hauser in seinen letzten Lebensjahren gegen eine Pyramide, die sich im Innern als erstaunlich behaglich erwies.
Letzte Station war die Galerie Wohlhüter in Thalheim. Nach der Besichtigung der aktuellen Ausstellung von Werner Schmidt und Markus F. Strieder öffneten die Galeristen ihre Kellerräume. Beim Anblick der dort gelagerten Schätze bekamen alle glänzende Augen.

(Text: Silke Nowak)

 

MITGLIED WERDEN